Gedenkstätte zu DDR-Diktatur

Bundesweites Mahnmal in Leipzig

Vor 35 Jahren wurde in Leipzig das letzte Mal in Deutschland die Todesstrafe ausgeführt. Um daran zu erinnern, soll die ehemalige Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig nun als Gedenkort ganzjährig zugänglich gemacht werden.
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Hier fanden die Hinrichtungen der DDR statt.

Das letzte Todesopfer der DDR Justiz war der ehemalige Staatsoffizier Werner Teske. Einen Prozess hatte es nicht gegeben. Die Todesstrafe wurde unter absoluter Geheimhaltung ausgeführt. Werner Teske wurde erschossen. Die ehemalige Hinrichtungsstätte der DDR, in der Alfred-Kästner-Straße, soll nun als Gedenkort zur Erinnerung an den Tod von Teske und anderen zugänglich gemacht werden.

Land Sachsen finanziert mit

Bisher war die Gedenkstätte nur zweimal im Jahr für Interessierte geöffnet. Seit heute steht fest, das Land finanziert die Pläne zum Ausbau mit. Das fordert das Leipziger Bürgerkomitee, das Träger der Gedenkstätte ist, schon seit einigen Jahren. Seit 2001 stehen die Räume in der Leipziger Südvorstadt unter Denkmalschutz. Bereits seit vier Jahren steht das Konzept für die Nutzung der Räume als Gedenkort. Das Leipziger Bürgerkomitee hatte es im Auftrag des Landes Sachsen erstellt. Allerdings fehlte bisher eine Zusage für die eine Hälfte der Finanzierung. Die erste Hälfte hatte der Bund zuvor schon zugesichert. Nun ist auch die Zusage vom Land Sachsen da und das Konzept kann endlich umgesetzt werden.

Bedeutung der Gedenkstätte

Geplant sei, laut Bürgerkomitee, eine Kombination aus begehbarer Gedenkstätte und informativer Ausstellung. Die Räume der damaligen Strafvollzugsanstalt befinden sich größtenteils noch in originalem Zustand und sollen auch in Zukunft authentisch erhalten bleiben.

Die letzte zentrale Hinrichtungsstätte der DDR ist ein relevanter Ort für die Erinnerung und Dokumentation des Justizunrechts der SED-Diktatur. Es ist aber auch der Ort, an dem die fast 450-jährige Geschichte der ununterbrochenen Todesstrafe zu Ende gegangen ist.

Tobias Hollitzer, Bürgeramt Leipzig

Die Gedenkstätte versteht sich also als ein bundesweites Mahnmal. Das Leipziger Bürgerkomitee will damit die Erinnerung an die DDR-Diktatur wachhalten. Das Ministerium für Staatssicherheit war in der DDR ein wichtiges Instrument bei der Umsetzung totalitärer Strukturen. Offiziell wurde die Todesstrafe in der DDR 1987 abgeschafft. Seitdem gibt es sie in ganz Deutschland nicht mehr. Vollständig aufgearbeitet ist das Kapitel in Deutschland allerdings noch nicht.

mephisto 97.6 Redakteur Paul Michaelis weiß mehr über die nun genehmigte Finanzierung der Ausstellung in der ehemaligen Hinrichtungsstätte.   

mephisto 97.6 Redakteur Paul Michaelis über die Hinrichtungsstätte
 
 

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Paul Michaelides
05.07.2016 - 19:11