Buchhandel

Buchkrise hält an

Das Buch ist und bleibt ein bedrohtes Medium. Die Umsatzzahlen in der Buchbranche bleiben zwar konstant, der Markt hat in den letzten Jahren jedoch über sechs Millionen Buchkäufer*innen verloren. Der Grund dafür: Unsere digitalisierte Welt.
Bücher als Ruhepol in der Hektik des Alltags
Bücher als Ruhepol in der Hektik des Alltags

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat in den letzten Jahren stets stabile Zahlen verkündet und auch im aktuellen Jahr bleibt der Umsatz gleich. Eine Marktforschung des Börsenvereins hat jedoch ergeben, dass der deutsche Publikumsmarkt von 2012 bis 2016 mehr als sechs Millionen Buchkäufer*innen verloren hat. Dass der Umsatz gleich bleibt, liegt an den verbliebenen Kaufenden: Diese kaufen nämlich mehr und auch teurere Bücher – somit bleibt der Umsatz seit Jahren konstant.

Doch auch eine weitere Entwicklung bereitet den Verlagen Sorgen: Die Zahl der Menschen, die mindestens einmal pro Woche ein Buch in die Hand nehmen, ist nach einer Studie des Meinungsforschungsinstitutes Allensbach von 49 Prozent auf 42 Prozent gesunken.
Der Rückgang betrifft nicht nur die jüngere Generation (14-29 Jahre), sondern auch die mittlere Generation (30-59 Jahre). Menschen mit höherer Bildung seien ebenfalls von dem Rückgang betroffen.

Motive des Leser*innenschwunds

In einer Studie des Börsenvereins wurden die genauen Motive für den Käufer*innenschwund untersucht. Hierbei wurden Lesende, die heute weniger Bücher als früher kaufen, befragt.
Als mögliche Ursachen gelten beispielsweise die wachsende Bedeutung von sozialen Netzwerken, sowie auch das steigende Interesse an Streamingdiensten.

Die Befragten stehen durch die sozialen Medien unter Druck, reagieren zu müssen. Sie empfinden Zeitknappheit und Überforderung im zunehmenden Digitalen Alltag und greifen deshalb seltener zum Buch.

Thomas Koch, Pressesprecher des Börsenvereines des deutschen Buchhandels

Zukunft des Buches

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Schon seit Jahren wird über die "Krise des Buches" berichtet. Das E-Book als digitaler Versuch hat sich bisher (noch) nicht durchgesetzt, es gibt jedoch aber auch ganz andere Schritte gegen den Rückgang.

Das sogenante "Slow Reading" ist einer davon.
Hier treffen sich Interessierte in einem Café, bringen ihr eigenes Buch mit, schalten ihr Handy aus und lesen schweigsam gemeinsam für eine Stunde.

Thomas Koch zieht aus den Befragungen letztendlich positive Schlüsse und prophezeit dem Buch eine gute Zukunft:

Das Buch bietet einen Ausweg aus der Hektik des Alltags und ist das perfekte Mittel gegen den digitalen Burnout. Deshalb wird es auch weiterhin trotz Digitalisierung neben den anderen Formen seine Berechtigung haben und beliebt sein.

Thomas Koch

Ob der Käufer*innenschwund einen Einfluss auf die Leipziger Buchmesse hat und wie er sich auf die Leipziger Buchhandlungen auswirkt, hören Sie hier:

Redakteur Felix Kolb über die Probleme des deutschen Buchhandels.
0703 Buchhandel
 

Kommentieren