Konzertbericht

British Indie Rock meets Jimi Hendrix

Die Tom Allan Band spielte zum zweiten Mal im „Noch Besser Leben“ und brachte das tanzbegeisterte Publikum ordentlich in Schwung.
Die Tom Allan Band zu Gast im Noch Besser Leben

Erwartungen

Vor zwei Jahren habe ich die Tom Allan Band bereits einmal im Noch Besser Leben gesehen. Für mich war es eine der ersten Bands, die ich in der plagwitzer Kultbar erleben durfte. Zu dieser Zeit nannten sie sich noch „Thomas Allan and Band“. Die drei Jungs aus Essen haben mich damals schon mit ihrem einprägsamen Sound und ihren interessanten Lyrics begeistert. Daher versprach dies, ein guter Abend zu werden.

Erster Eindruck

Die Musiker betraten die Bühne und fingen sofort an zu spielen. Die ersten drei Lieder – „Part Romance“, „Walks Like Chaplin“ und „Better Days“ – gingen runter wie Butter. Immer noch derselbe edgy Indiesound, der mir zwei Jahre zuvor bereits so gut gefallen hatte. Das Publikum wirkte zunächst noch etwas zurückhaltend. Das sollte sich aber im Laufe des Abends ändern.

Die Show

Nach den ersten drei Songs kam dann die erste Ansage der Band. Bassist Dominik Kuß ergriff das Mikro: „Wir haben vorhin einen Fehler gemacht. Wir haben uns gar nicht vorgestellt. Wir sind die Tom Allan Band.“ Wir wollen uns insbesondere bei Maxi bedanken, der kurzfristig als Drummer eingesprungen ist, fügte Sänger Tom Allan hinzu und das Publikum applaudierte. Diesen Hinweis gab es noch mehrmals während der Show. Etwa in der Mitte des Konzerts begann ein Mann neben mir in der ersten Reihe zu tanzen und immer wieder „Zugabe“ zu rufen, während die Band noch spielte. Der Herr schien das Konzept einer „Zugabe“ wohl nicht ganz verstanden zu haben. Doch die Band ließ sich davon nicht aus dem Takt bringen. Interessanterweise motivierte seine Tanzeinlage nach und nach immer mehr Leute sich im Rhythmus der Musik zu bewegen – auch bei Akustikeinlagen. Da staunte auch Tom Allan nicht schlecht.

Das ist das erste Mal, dass bei Akustikeinlagen getanzt wird.

Tom Allan

Neben schnelleren Songs wie „Sense In Working“ und „Walks Like Chaplin“ gab es auch ruhigere Lieder wie „Breaks My Heart In 2“. Doch das Publikum war eindeutig mehr in Stimmung für schnelleren Sound. Bei der Zugabe ließ Sänger Tom Allan dem Publikum die Wahl: „Wollt ihr lieber noch einen Song mit Akustikgitarre oder mit E-Gitarre?“ Die überwältigende Mehrheit plädierte für die E-Gitarre. Und so spielte die Band den Jimmy Hendrix Klassiker „Along The Watchtower“. Das brachte die Stimmung so richtig zum Kochen. Kaum einer konnte sich mehr ruhig auf dem Platz halten. Die Leute tanzten wild und einige sangen sogar mit. Einer der Höhepunkte des Abends war, als Tom Allan das Mikrofon an einen der Mitsingenden aus dem Publikum reichte. Der junge Mann aus dem Zuschauerraum überraschte mit seiner tiefen Bluesstimme und heizte dem begeisterten Publikum ordentlich ein. Wie sich hinterher rausstellte, ist der junge Mann, der Felix Schweiger heißt, selbst Sänger. Er singt in der Leipziger Band The Lambs. Dies war Tom Allan und seinen Bandgenossen jedoch vorher nicht bekannt. Nach dieser überzeugenden Einlage hörte man das Publikum enthusiastisch „Zugabe“ rufen. Doch irgendwann sind auch Musiker mal erschöpft und so gab es keine weitere Zugabe. Einen besseren Abschluss hätte es aber vermutlich auch nicht geben können.

Fazit

Fest steht, auf die Tom Allan Band ist Verlass, wenn man einen guten Konzertabend will. Während das Publikum zwei Jahre zuvor ruhiger und interessierter an Mitsingaktionen war, wollten die Zuschauer dieses Jahr vor allem eins: Tanzen. Dabei hat die Band ein gutes Gespür für die Wünsche seines Publikums bewiesen. Wie es aussieht, sind die Konzerte der Indierocker nicht immer gleich. Aber genau das macht meiner Meinung nach eine gute Liveband aus. So oder so lohnt es sich auf jeden Fall, die Jungs einmal live zu erleben.

 

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Setlist

1.Part Romance

2. Walks Like Chaplin

3. Better Days

4.Coming Out to Play

5. Emergency Call

6.Breaks My Heart In 2

7.Standing In Line

8. Two Fingers Up

9. Burn The Bridges

10. Sensation

11. Kate

12. By My Side

13. Know It All

14. Sense In Working

 

Zugabe

Along The Watchtower