Umweltschutz

Blausäure für Dorie

Der Animationsfilm „Findet Dorie“ ist Kassenschlager und Grund zur Sorge für Umweltschützer. Diese fürchten einen Anstieg bei den Verkaufszahlen der beliebten Korallenfische durch den Hype des Films.
Ein Doktorfisch
Doktorfische leben in Korallenriffen

Korallenfische lebend zu fangen, kann ganz einfach sein: Alles was Fischer dafür brauchen, sind ein Korallenriff und Blausäure. Die Fische tötet das Gift nicht, sondern betäubt sie nur. Das Riff wird allerdings durch den Giftfang zerstört. Umweltschützer warnen deshalb vor der Methode und sind besorgt, wenn bestimmte Fischarten in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Das aktuellste Beispiel: „Findet Dorie“. Der Disneyfilm über den vergesslichen Doktorfisch Dorie ist im September 2016 in die Kinos gekommen. Es war der Nachfolger von „Findet Nemo“. Der Animationsfilm über den Clownfisch Nemo sorgte vor fast 15 Jahren für einen Hype um die Art. In den Zoohandlungen schoss die Nachfrage nach den Fischen in die Höhe. Vor dem Start von „Findet Dorie“ organisierten Umweltschützer von der Sustainable Aquarium Industry Association (SAIA) deshalb eine Kampagne, um zu verhindern, dass die Tiere verstärkt abgefischt werden. Christiane Schmidt von SAIA betont, dass oft ganze Korallenriffe zerstört werden, nur um an ein paar Fische zu kommen.

Das Interview in Ausschnitten mit Christiane Schmidt vom Verein SAIA können Sie hier nachhören:

mephisto 97.6 Redakteur David Straub im Gesrpäch mit Christiane Schmidt vom SAIA e.V.
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Nachhaltiges Fangen der Leipziger Dories

Auch im Aquarium des Leipziger Zoos gibt es Doktorfische. Zoomitarbeiter Ulrich Graßl sagt, die Tiere seien schon mehr als sechs Jahre alt. Auch sie seien im Meer gefangen worden – allerdings ohne Gift. Nach seinen Worten stirbt ein mit Gift gefangener Doktorfisch schon nach etwa zwei Jahren, weshalb der Giftfang in der Tat ein Problem sei. Die Fische könnten aber auch aus Gebieten bezogen werden, in denen die Fische umweltverträglich gefangen werden. Die Befürchtung der Umweltschützer ist indes nicht eingetreten: Seit Filmstart von „Findet Dorie“ konnte kein Anstieg der Verkaufszahlen der Doktorfische nachgewiesen werden. Christiane Schmidt führt dies einerseits auf die erfolgreiche SAIA-Kampagne zurück. Zum anderen liege es auch an artspezifischen Unterschieden, dass Doktorfische nicht so stark nachgefragt werden, wie es bei den Clownfischen der Fall war. Diese seien nämlich weit günstiger und einfacher zu halten als die Doktorfische.

Undurchsichtiges Geschäft

Problematisch sei allerdings, dass es für den weltweiten Handel mit Meerwasserfischen keine verlässlichen Zahlen und einheitlichen Kontrollen gebe. In Leipzig importiert ein Fachhandel die Doktorfische direkt. An einem Gespräch bestand dort allerdings – so wörtlich – kein Interesse. Auch andere Leipziger Zoohandlungen, die den Fisch verkaufen, waren zu einem Interview nicht bereit.

Den gesamten Beitrag der mephisto 97.6 Redakteure Lennart Banholzer und David Straub können Sie hier nachhören:

Ein Beitrag von den mephisto 97.6 Redakteuren Lennart Banholzer und David Straub
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Lennart Banholzer, David Straub
06.03.2017 - 13:55
  Wissen