Hochschulkürzungen

Bis auf die Knochen

Vor einem Monat hat Rektorin Beate Schücking Stellenstreichungen an der Universität Leipzig verkündet. Seither vergeht kaum ein Tag, an dem nicht dagegen protestiert wird. Das Ende der Kürzungen ist jedoch noch lange nicht in Sicht.
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Lange hat sich Beate Schücking selbst nicht zu Wort gemeldet, der Protest der Studenten und Unterstützer der Theaterwissenschaften und Archäologie ist um so mehr zu hören gewesen. Kritisiert wurde nicht nur das Spardiktat der Landesregierung, sondern auch Schücking selbst. Sie selbst beschrieb die Kürzungen im Interview mit der Zeit als "Höllenqualen".

Ihre Entscheidung für die betroffenen Institute sei mit Blick auf die Struktur und das Forschungsprofil der Universität gefallen, sagte die Rektorin zu mephisto 97.6. Statt wahllos an allen Stellen ein bisschen zu kürzen, habe man sich auf die Stärken der Universität konzentriert. Die Kürzungen betreffen daher Institute, die nicht direkt zum zentralen Forschungsprofiil beitragen, so Schücking. Sie sagte, für die kommenden Jahre müsse man sich mit Dekanen aus allen anderen Fakultäten zusammensetzen, um zu entscheiden, an welchen Stellen noch weiter gespart werden kann.

Stark bleiben

Zwar stehen der Universität im Moment noch mehr Stellen zur Verfügung als gestrichen werden müssen, bei den Stellen handelt es sich jedoch nur um kurzfristige Überlaststellen. Diese können die Kürzungen zwar kurzfristig kompensieren, jedoch keine Professuren ersetzen.

Im Lichte dieser Kürzungen sieht Schücking die Zukunft der Uni Leipzig schwierig. "Wir versuchen so stark zu bleiben, wie es nur geht. Wir sind eine sehr gute Uni, aber diesen Stand zu halten, ist natürlich nicht leicht." 

Beate Schücking nimmt Stellung zu den Kürzungen an der Uni Leipzig. Interview mit Manuel Rademacher
Schücking
 

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