Sächsische Staatsregierung

Bildungspolitik - Wie geht es weiter ?

Der Lehrer Frank Haubitz musste seinen Posten als Kultusminister Sachsens nach nur acht Wochen abgeben. Das Amt wird nun durch den Rechtsanwalt Christian Piwarz besetzt. Keine leichte Aufgabe angesichts des akuten Lehrermangels in Sachsen.
Christian Piwarz
Christian Piwarz ist der neue Kultusminister

Allein in diesem Schuljahr mussten laut MDR über 700 Quereinsteiger in Sachsens Bildungsstätten eingestellt werden. Dass es in Sachsen einen Lehrermangel gibt, ist dem Kultusministerium schon länger bewusst. Um neue Lehrkräfte in den Freistaat zu holen, müsse der Lehrerberuf aufgewertet werden. Die Frage ist nur wie? Denn der Ansatz des bisherigen Kultusministers, Frank Haubitz, war die Verbeamtung von Lehrkräften in Sachsen. Beim sächsischen Lehrerverband galt er deshalb als Hoffnungsträger für den Lehrerberuf im Freistaat. Im Zuge der Umbauarbeiten im sächsischen Kabinett wurde der parteilosen Lehrer Haubitz allerdings am Montag entlassen. Die Entscheidung des Ministerpräsidenten Kretschmer sorgte für Überraschungen.

Die Stimmung in den Lehrerzimmern, war nach Bekanntwerden des Wechsels an der Spitze im Kultusministerium nicht besonders gut.

Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbands

Neuer Kultusminister

Laut dem Chef des Philologenverbands, Steffen Pabst, habe Kretschmer den parteilosen Haubitz geopfert, um die CDU-Fraktion zufrieden zu stellen. Der ehemalige Kultusminister hatte schon bei seinem Amtsantritt geäußert, dass er Lehrer im Freistaat verbeamten wollte. Damit hat er das Thema auf die Tagesordnung geholt und der CDU-Fraktion somit vor den Kopf gestoßen. Jetzt wurde Haubitz durch den CDU Politiker Christian Piwarz abgelöst. Wie es unter dem neuen Kultusminister weitergehen soll, bleibt zunächst unklar. Der Sächsische Lehrerverband fordert von Piwarz, dass er den Ansatz seines Vorgänger, zur Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen, fortführt.

Pläne zur Aufwertung des Lehrerberufs können nur in eine Richtung gehen nämlich nach oben und da ist noch sehr viel Luft in Sachsen.

Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverband

Die Verbeamtung

Dass der Lehrerberuf in Sachsen aufgewertet werden muss, ist bei allen Fraktionen im sächsischen Landtag bekannt. Es ist allerdings umstritten ob die Verbeamtung von Lehrkräften dafür das Mittel der Wahl ist.

Das Thema Verbeamtung ist fast religiös behandelt worden.

Ursula-Marlen Kruse, Landesvorsitzende GEW Sachsen

Das Ziel sei, den Lehrerbedarf an Schulen zu decken und nicht die Verbeamtung durchzubringen, so die sächsische Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Ursula-Marlen Kruse. Sie schlägt vor, die tarifvertraglichen Regelungen zu ändern.

Den Beitrag zum Thema können sie hier nachhören:

Ein Beitrag von Redakteur Magnus Raab
2012 Reaktionen BmE
 

Kommentieren