Flüchtlingsdebatte

Bierdeckeldiskussion

Stammtischparolen und die Flüchtlingsdebatte an einem Tisch? Funktioniert, zumindest in der Vorstellung von Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) - Stammtischdebatten zum Thema Flüchtlingskrise soll mit Bierdeckeln begegnet werden.
Petra Köpping, Integrationsministerin Sachsen

"Ich wünsche mir, dass wir miteinander im Gespräch bleiben und so den Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder stärken", so Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping bei der Vorstellung ihrer Bierdeckelkampagne. "Das gilt besonders dann, wenn die Meinungen auseinandergehen."

Was haben Bierdeckel mit der Flüchtlingsdebatte zu tun?

Diskussion ist gut und wichtig, sollte aber nicht dazu führen, dass man sich gesellschaftlich ächtet und mit Hass und Feindseligkeit begnet.

Petra Köpping, Integrationsministerin

Den gängigen Stammtischdebatten wolle die Integrationsministerin begegnen, indem Fakten, Vorurteile und Gegenargumente auf Untersetzer gedruckt werden sollen, die in Bars und Biergärten Verwendung finden sollen. Der Hintergedanke: zur Diskussion anregen und Sachlichkeit in die Debatte bringen. Es solle beispielsweise mit Vorurteilen wie "Deutschland nimmt doch die ganze Welt auf" oder "Flüchtlinge kriegen monatlich mehr als ein Hartz IV Empfänger" aufgeräumt werden. Insgesamt sechs Motive thematisieren die Bereiche Arbeitsmarkt, Kriminalität und Fluchtursachen. "Mit der  Bierdeckelaktion geben wir Denkanstöße", so Köpping. Die Fakten auf den Bierdeckeln seien wissenschaftlich belegte Aussagen.

Die erste Auflage besteht aus 100.000 Bierdeckeln, die Verteilung beginnt am 13.07. in Dresden, in den folgenden Tagen sollen die Bierdeckel auch in anderen sächsischen Städten in Bars und Restaurants liegen.

Im Interview mit mephisto97.6 erklärt Köpping, warum sie mit der Kampagne den Fokus auf Stammtischdebatten legen wollte und wie die Bierdeckelaktion laufen soll:

Redakteur Florian Eib im Gespräch mit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping über die "Bierdeckelkampagne"
IV Köpping Bierdeckelkampagne 1307
 

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Beteiligt an der Aktion sind unter anderem die Vereine Arbeit und Leben und Atticus e.V., sowie die Arbeitsgemeinschaft Asyl an der TU Dresden und die DGB Jugend.

Außerdem werden die Bierdeckel auch über das Netzwerk des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes verteilt.