Bildungspoltik

Bessere Bildung = weniger Nationalismus?

Henning Homann, ein Landtagsabgeordneter der SPD glaubt, dass der Durchschnittliche Sachse kein Politikverständnis hat und er erklärt sich so auch die Ergebnisse der AfD. Seine Forderung deshalb: Politische Bildung in Sachsen muss verbessert werden.
Klassenzimmer
Politische Bildung in Sachsen ist meist theoretisch

Das sind Marietta und Jonas, sie besuchen die neunte und zehnte Klasse an Leipziger Gymnasien. Seit der neunten Klasse haben sie Gemeinschafts-, Rechts- und Wirtschaftserziehung, kurz GRW als Unterrichtsfach. Vorher wäre politische Bildung in der Schule kaum ein Thema gewesen. So gebe es bei Marietta einmal die Woche GRW. Darin würden über politische Themen geredet werden. Das wäre für sie aber zu wenig. Jonas erzählt, dass er sogar nur alle zwei Wochen GRW habe. 

Bessere politische Bildung

Deshalb fordert Henning Homann, dass politische Bildung in Sachsen verbessert werden soll. Der Gemeinschaftskundeunterricht solle erweitert werden, damit Demokratie für sächsische Schüler nahbarer werden kann.Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Petra Zeiß sieht das genauso. Außerdem wünscht sie sich, dass die politische Bildung praktischer wird.

Der politische Unterricht von Marietta und Jonas war bisher eher theoretisch orientiert. Es hätte kaum Projekte gegeben, die ihnen Demokratie spielerisch vermittele. Beide erzählen davon, in ihrem Unterricht jeweils nur am Anfang ein Lernspiel gemacht zu haben.

Größere Probleme

Die sächsische CDU-Fraktion widerspricht der Forderung nach besserer politischer Bildung. Der bildungspolitische Sprecher der Partei, Lothar Bienst glaubt, dass zuerst andere Projekte angepackt werden sollten. Aber auch die Linke ist mit der Bildungspolitik der CDU unzufrieden. Der Vorsitzende der Partei in Leipzig, Adam Bednarsky findet, dass Schüler in Sachsen zu naturwissenschaftlich ausgebildet werden. Politik und Demokratie würden zu sehr in den Hintergrund rücken.

Marietta und Jonas würden hingegen gerne mehr über Politik im Unterricht lernen. Bisher haben sie nicht das Gefühl, viel von der Politik in Deutschland zu verstehen. Außerdem würden sie auch gern mal mit Parteien und Politikern ins Gespräch kommen.

Was politische Bildung in Sachsen angeht, gibt es viele Forderungen, aber auch einige Unstimmigkeiten. Damit sich etwas verändern kann, müssen die Parteien erst einmal eine Einigung finden. Solange bleibt Marietta und Jonas wohl nichts anderes übrig, als sich mit dem aktuellen Lehrplan zu begnügen.

Den Beitrag von Redakteurin Luise Tasler können sie hier nachhören: 

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Luise Tasler
 
 

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Philip Fiedler
27.09.2017 - 19:45