ÖPNV

Beschädigte Ticketautomaten der LVB

Bereits 18 Automaten der LVB wurden im neuen Jahr schon beschädigt. Dieser Vandalismus koste die LVB viel Geld und darum werde auch schon überlegt die Automaten nachts zu schließen. Eine andere Option wäre nur noch digital zu zahlen.
Ticketautomat der LVB
Ticketautomat der LVB

Mark Backhaus, Pressesprecher der LVB: Wir hatten jetzt in den wenigen Wochen des neuen Jahres, ungefähr fünf sechs Wochen, bereits 18 Beschädigungen in der Höhe von ungefähr 70 000 Euro. Das ist von der Schadenssumme gesehen, im Vergleich zum letzten Jahr, wo wir 234 000 Euro an Schaden hatten, noch nicht das Level. Aber es beunruhigt uns natürlich die Häufigkeit, wo unsere Automaten mit sinnloser Zerstörungswut bedacht wurden und deswegen sind wir da schon einigermaßen beunruhigt und auch teilweise sprachlos.

Mephisto 97.6: Nun sind ja so eineinhalb Monate des Jahres rum. Wie ist es denn zu den Vergleichsmonaten im vergangenen Jahr. War es da weniger oder warum erregt es gerade so großes Aufsehen, dieser Vandalismus an den Ticketautomaten?

Mark Backhaus: Wir haben Ende letzten Jahres ja 112 neue Automaten aufgestellt. Mit neuen Funktionen für unsere Kunden, mit EC- und Kreditkartenzahlung und natürlich fällt es da an den neuen Automaten auch extrem auf, wenn bereits nach wenigen Wochen Vandalismus aufgetreten ist und deswegen ist das Thema so präsent.

Mephisto 97.6: Was für Lösungsansätze gibt es da denn jetzt seitens der LVB?

Mark Backhaus: Wir versuchen natürlich die Automaten so schnell es geht auch wieder für unsere Kunden verfügbar zu machen, das heißt, wenn ein Schaden aufgetreten ist, den auch relativ schnell wieder zu beheben. Das ist das Eine. Auf der anderen Seite schauen wir uns die Standorte sehr genau an. Wir haben z. B. einen Automaten an der Plörfdifer Straße, der wiederholt mehrfach hintereinander Ziel von Vandalismus geworden ist. Und an diesem Standort schauen wir uns sehr genau an wie sich der Vandalismus entwickelt und überprüfen und denken auch darüber nach an diesem Standort den Automaten zu entfernen. Darüber hinaus überlegen wir auch Automaten nachts zu verschließen, wenn weniger Leipzigerinnen und Leipziger unterwegs sind. Das heißt, die Automaten werden dann automatisch verschlossen, sie sind dann nichtmehr bedienbar. Das trifft dann vor allem unsere Kundinnen und Kunden aber vor allem in einer Zeit, wo relativ wenige Menschen unterwegs sind. Es stehen ja zum Glück noch andere Wege offen an Tickets zu kommen. Im Fahrzeug oder über unsere Handyapp Leipzigmobil und EasyGo.

Mephisto 97.6: Wo Sie schon sagen Handyapp, es ist ja nun so, dass auch im Gespräch ist dieses Jahr ein komplett digitales System für den Erwerb von Fahrkarten einzuführen. Für wie realistisch halten Sie das? Es gibt ja immer noch Bürgerinnen und Bürger vielleicht auch im höheren Alter, die nicht unbedingt im Besitz eines Smartphones sind.

Mark Backhaus: Genau, das ist die große Herausforderung. Ganz Deutschland diskutiert über digitales Geld nenne ich das. Das heißt, der komplette Umstieg, um Bargeld aus dem Verkehr zu ziehen. Wir bieten schon Möglichkeiten wie zum Beispiel über unsere Handyapp oder auch über unsere Produkte Abo: Flex und Leipzig Mobil. Doch im ÖPNV wird es sicher noch eine Zeit lang dauern, bis es gar kein Papier mehr gibt. Denn Sie sprechen das richtigerweise an. Es gibt noch unzählige Kundschaften, die kein Handy haben oder auch keine Plastikkarte sich anschaffen wollen. Sondern ihr Ticket gerne beim Konsum oder am Automaten kaufen wollen. Und trotz alledem arbeiten wir natürlich daran solche Systeme einzuführen. Wie schnell das am Ende funktioniert und wie zuverlässig das ist, das wird die Zeit brauchen. Aber das sind durchaus große Trend Themen.

Mephisto 97.6: Dieses Vandalismus Problem, in der Form wie es das gibt, ist das ein Problem, das die LVB selber stemmen kann oder erhoffen oder erwarten Sie sich da Hilfe von anderen Seiten?

Mark Backhaus: Wie hoffen jetzt in aller erster Linie, dass die Ermittlungsbehörden dort Ergebnisse erzielen und diejenigen auch feststellen können. Auf der andren Seite hoffen wir auch auf die Leipziger und Leipzigerinnen, die einfach ein Auge aufhalten sollten und wenn sie etwas beobachten, schnellstmöglich auch die Polizei informieren oder auch uns selbst. Wir zahlen auch jedem der Hinweise zur zweifelsfreien Aufklärung geben kann, bieten wir 100 Euro auch an um das zu unterstützen. Denn diese Automaten, die da beschädigt werden, stehen vor allem unseren Kundinnen und Kunden nicht zur Verfügung und trifft vor allem die und deshalb hoffen wir, dass die Täter dann auch festgestellt werden.

Das Interview zum Nachhören:

Redakteur Linus-Benedikt Zosel im Gespräch mit Mark Backhaus, Pressesprecher der LVB
Beschädigte Ticketautomaten der LVB
 

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Moritz Lünenborg
12.02.2018 - 19:07