Pegida

Beleidigungen gehören dazu

Angriffe auf Journalisten sind bei Pegida selten geworden. Die Ablehnung der Presse ist geblieben.
Sollten Pegida, Legida und AfD überwacht werden?

Zu Veranstaltungen von Pegida gingen sie nur noch zu zweit, sagt Tobias Wolf von der Sächsischen Zeitung. Nachdem Journalisten im Umfeld der sogenannten Montagsspaziergänge immer wieder angegriffen worden sind, habe die Redaktion das vorgeschrieben. Solche Angriffe gibt es heute zwar nicht mehr. Dass Berichterstatter angeschrien oder beleidigt werden, passiere aber immer noch regelmäßig, sagt der Journalist aus Dresden. „Das hebt uns nicht mehr an“, so etwas sei bei Pegida normal.

Angriffe auf Journalisten: Sachsen an der Spitze

Im Jahr 2015 sind in Deutschland etwa 40 Mal Journalisten angegriffen worden. Bei Veranstaltungen wie Pegida oder Legida: Sachsen ist in dieser Statistik der Spitzenreiter. Erhoben hat die Zahlen das European Center for Press and Media Freedom (ECPMF). Für das Jahr 2017 seien ihm drei Angriffe bekannt, sagt Martin Hoffman, Researcher beim ECPMF. Die Dunkelziffer dürfe aber höher liegen.

Ablehnung der Presse

Auch wenn die Anzahl der Angriffe zurückgegangen sei, mit Pegida habe sich etwas verändert. Auf solchen Veranstaltungen ist oft nicht mehr auszumachen, von wem Gefahr droht. Hoffmann spricht von einer „neuen Qualität“. Menschen mit einer bürgerlichen Fassade, würden bei Pegida gegenüber Pressevertretern ausfallend bis handgreiflich werden. Sie würden sie als willfährige Helfer des Systems wahrnehmen.

Ablehnung von Journalisten ist bei Pegida also nach wie vor an der Tagesordnung. Was dort immer noch regelmäßig in Sachsens Hauptstadt passiert, ist nach wie vor etwas Besonderes. Etwas besonders Bedenkliches.

Der Beitrag von mephisto 97.6-Redakteur Lennart Banholzer zum Nachhören:

Der Beitrag von Redakteur Lennart Banholzer.
BmE Angriffe auf Journalisten

 

 

 

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