Städtische Gestaltung

Ausstellung zum Umbau vom Herzliyaplatz

Es ist wie mit den Bienchen und Blümchen. Wenn zwei Städte zusammenkommen, entsteht ein neuer Platz in der Innenstadt. Mit der Umgestaltung des Herzliyaplatzes will Leipzig die Städtepartnerschaft mit der gleichnamigen Partnerstadt zelebrieren.
Vogelperspektive auf den Gewinnervorschlag
Vogelperspektive auf den Gewinnervorschlag

Der Platz ist nach der israelischen Partnerstadt Herzliya benannt und die geplante Umgestaltung soll ein Zeichen für die seit 2011 bestehende Partnerschaft sein. Im Rahmen der jüdischen Woche vom 16. bis 30. Juni werden im Neuen Rathaus die fünf besten Pläne zur Umgestaltung des Herzliyaplatzes ausgestellt. Darunter auch der Vorschlag von Wettbewerbssieger Ingo Andreas Wolf.

Die Idee des besten Entwurfes

Der Herzliyaplatz liegt inmitten des Kreisverkehrs Karl-Tauchnitz-Kreisel. Ausgewählt wurde der Kreisverkehr vor zwei Jahren, da die israelische Partnerstadt eine Planstadt ist. In ihr prägen viele Kreisverkehre, die nach Partnerstädten benannt wurden, das Stadtbild. Der Architekt der Platzumgestaltung Ingo Andreas Wolf hat sich von Theodor Herzl inspirieren lassen. Herzliya wurde übrigens auch nach Theodor Herzl benannt. Der Österreichisch-Ungarische Schriftsteller jüdischer Herkunft überlegte sich noch vor der Gründung Israels, wie man kulturelle Symbole umsetzen könne. Seine Skizzen bezeichnete er jedoch nur als Gekritzel. Genau dieses Gekritzel gefiel dem Architekten Wolf, weshalb er es als Vorlage für seine Idee nutzte.

Probleme beim Projekt

Der Wettbewerb wurde vom Kulturamt Leipzig ausgerufen und als offenes Verfahren geplant, um vielfältige Einflüsse zu bekommen. Damit diese auch neutral bewertet würden, behandelte die Stadt sie in der ersten Phase des Wettbewerbs anonym. Die unzähligen Vorschläge waren auch nötig, denn laut dem Kulturamt müssten diverse Schwierigkeiten am Platz beachtet werden. So verlaufen unter dem Kreisverkehr Kabel, die Blickachsen für den Verkehr müssen frei bleiben und der Platz dürfe nicht zu einladend für Passanten sein. Dadurch könne der Verkehr gefährdet werden und der habe natürlich Vorrang.

Wettbewerb mit großem Andrang

An dem zweistufigen Wettbewerb nahmen 133 Teilnehmer teil, die einzeln, aber auch in Arbeitsgruppen antraten. So gingen 110 Entwürfe ein, davon waren 44 aus dem Freistaat Sachsen. Aus dem Ausland kamen Vorschläge unter anderem aus Finnland, Israel und Weißrussland. In die zweite Stufe gelangten neben den besten Dreien: Heiko Huennerkopf aus Wertheim, die Arbeitsgemeinschaft Hella Berent und Birgit Bierbaum aus Köln. Platz drei wurde von Anne Hill aus Starkow/ Velgast mit ihrem Vorschlag „Herzliya Streetsigns“ belegt. Und den zweiten Platz machte Holger Beisitzer aus Berlin mit dem Entwurf „under construction“.

Partnerstädte im Stadtbild

Der Herzliyaplatz ist nicht die einzige Würdigung von Partnerstädten. Ein Beispiel dafür wären die Bänke auf dem Augustusplatz. Jede von ihnen ist nach einer der Partnerstädte Leipzigs benannt. Nach ihnen wurden auch die neueren Straßenbahnen der LVB benannt. Das alte Phänomen lange, teils unbewohnte Straßen nach Städten zu benennen, ist bei der Stadt hingegen unbeliebt:

Das fanden wir jetzt doch auf die Dauer nicht mehr zeitgemäß, weil das im Grunde genommen nämlich genau dem Gedanken von Städtepartnerschaft widerspricht.

Dr. Gabriele Goldfuß, Leiterin des Referates Internationale Zusammenarbeit

Und so sollen zukünftig Plätze geschaffen werden an denen Menschen zusammenkommen können. Für die Zukunft geplant, ist unter anderem die Weitergestaltung des Addis Abeba Platzes. Aber auch Partnerstädte, die im Stadtbild noch nicht vertreten sind, wie zum Beispiel Houston, sollen einen sinnvollen Platz in Leipzig erhalten.

Mehr Infos zu dem Thema können Sie im Studiogespräch von mephisto 97.6 Redakteur Janek Kronsteiner nachhören:

Ein Studiogespräch von Janek Kronsteiner
 
 

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