Zeitgeschichtliches Forum

Ausstellung wechsel dich

Gab es in der der DDR Design? Wie sah die Alltags- und Produktkultur in der DDR aus? Unter welcher Kontrolle standen die Gestalter*innen? Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig lädt zur kritischen Auseinandersetzung ein.
Gebäude Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Haupteingang des Museums

Die Ausstellung „Alles nach Plan? Formgestaltung in der DDR“ beschäftigt sich mit der Alltags- und Produktionskultur in der DDR. Die Ausstellung besteht aus 300 Originalstücken, darunter Gegenstände, Fotografien, Dokumente und Bücher: Hinter jedem Objekt stecke eine Geschichte. Diese werde unter gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Perspektiven beleuchtet. In sechs Ausstellungsräumen wird die Geschichte der DDR mal ganz anders erzählt. Insbesondere inwiefern das SED-Regime die Formgestaltung prägte. Die Ausstellung solle vor allem dazu anregen, sich kritisch mit dem Erbe der DDR auseinanderzusetzen.

Geschichte der Formgestaltung

Ausstellungsstücke
Formgestaltung in der DDR

Das Ende des Zweiten Weltkrieges bot sich für den Sozialismus und die Planwirtschaft an, eine industrielle Formgestaltung zu gründen. Die Industrie setzte fortan auf ein eher schlichtes Design der Gebrauchsgegenstände. Doch die Gestalter*innen waren in ihrer Kunst nicht frei. Die funktionale Formgestaltung wurde vom SED-Regime abgelehnt. Die Gebrauchsgegenstände sollten die Forderungen des Regimes widerspiegeln. So wurden die Gestalter*innen dazu aufgefordert, sich an der Volkskunst zu orientieren. Man setzte auf einen klassischen Stil und realistische Motive. Die Gestaltenden standen dabei unter stetiger Kontrolle. Es würde einfach über den Köpfen der Menschen entschieden, welche Formgestaltungen auf den Markt kamen oder nicht.

Untypische Konsumgüter

PKW Verkaufsverträge
PKW Verkaufsverträge

Dadurch, dass einfach über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wurde, waren manche Konsumgüter - wie Autos - in der DDR Mangelware. Auch diese Gegenstände finden in der Ausstellung Platz. Die Menschen in der DDR hatten aber eher weniger was davon, so erklärte die Kunsthistorikerin Annika Michalski:

Das meiste wurde exportiert. [...] von den Chargen, die gemacht worden sind, gab es Prozente, wo man sagte, okay es gehen 74.000 gen 46.000 in den Verkauf ins Ausland und 1.000 bleiben in der DDR.

Annika Michalski, Kunsthistorikerin

Ohne Kontakte oder schnelles Reagieren, war es für die Bewohner*in in der DDR, kaum möglich an die Ware zu gelangen. Vieles wurde auch unter der Hand gehandelt. Mit dem andauerndem Konsumgütermangel wuchs auch der Unmut der Menschen.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Studiogespräch von Lena Jansen mit Modeartor Janek Kronsteiner
2102_SG_Ausstellung
 

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Die Austellung "Alles nach Plan? Formgestaltung in der DDR" wird es so nur in Leipzig geben und nicht von Stadt zu Stadt weiterziehen. Vom 22. Februar bis 14. Oktober 2018 kann die Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig besucht werden. Der Eintritt ist frei.