M19 mit Rüdiger Nehberg

Aus der Backstube in den Dschungel

Was bekommt man zum 68. Geburtstag? Rüdiger Nehberg hatte nur einen Wunsch: Alleine und ohne Hilfsmittel im brasilianischen Dschungel ausgesetzt zu werden. Doch das ist nur eine von vielen außergewöhnlichen Reisen von Deutschlands Survival-Papst.
Rüdiger Nehberg und Moderator Paul Materne
Die Situation zwischen Rüdiger Nehberg und Moderator Paul Materne geriet irgendwie außer Kontrolle...

Mit 83 Jahren sitzen viele entspannt in ihrem Schaukelstuhl und genießen ihre Rente. Doch einer denkt noch lange nicht ans aufhören: Survival-Experte Rüdiger Nehberg.

Sein erstes großes Abenteuer führte den gelernten Bäcker mit 17 Jahren nach Marokko. Die knapp 3000 Kilometer legte er mit einem selbstgebauten Fahrrad zurück. Dort wollte er Schlangenbeschwörung lernen. wie im Klischee mit Flöte. Obwohl es bei der gar nicht um die Musik geht.

Die Flöte hat ein dickes Ende. Diesen Knubbel fixiert die Schlange und sie folgt ihm. Die Musik ist dem Tier völlig egal. Schlangen hören nichts.

Rüdiger Nehberg

Schüsse am Blauen Nil

Traurige Bekanntheit erlangte Nehberg durch seine Expedition 1971 zum Blauen Nil, dem Teil des afrikanischen Flusses in Äthiopien und dem Sudan. Das Gebiet war unbefahren, es wimmelte nur so von Krokodilen, Flusspferden und Malariamücken. In einer Schießerei mit Einheimischen starb sein Kameramann Mchael durch einen Kopfschuss.

Er war hinten an den Haaren getroffen, ein ganz kleiner Einschuss. Doch durch die große Austrittswunde klebte sein Gesicht auf dem Boden. Ich hab gekotzt.

Rüdiger Nehberg

Doch auch dieses einschneidende Erlebnis sollte Nehberg nicht von weiteren Abenteuern abhalten. So überquerte er mehrfach den Atlantik. Das aber nicht auf einem Schiff, sondern mit einen Bambusfloß, einem Tretboot und auf einem massiven Baumstamm. Angst hatte er dabei nie.

Am Boot waren Kanister mit Trinkwasser angebunden (...) Die Fische konnte ich mit der Hand fangen und eine Angel hatte ich auch dabei. Das war idiotensicher.

Rüdiger Nehberg

Nusspudding-Maden im Urwald

Während andere Prothesen oder Rollatoren bekommen, schenkte sich Rüdiger Nehberg zum 68. Geburtstag einen Trip in den brasiliaischen Dschungel. Weil das selbst die Kinder der Einheimischen dort können, wolle er auch unbedingt ohne Hilfe zurückfinden.

Er ließ sich nur mit Kamera und Feuerzeug vom Helikopter aussetzen. Doch schon die Landung ging schief. In einem Stachelbeerbusch zog er sich tiefe Wunden an Händen und Füßen zu, in denen Maden heranwuchsen. Eine leicht gefundene Mahlzeit waren die allemal. Doch besonders lecker waren die Maden in den Nüssen der Szechpalmen.

Die waren so lecker, cremig, nussig. Die leckersten die ich je gegessen habe. Die schmeckten fast wie Nusspudding.

Rüdiger Nehberg

"Abenteuer mit Sinn"

Neben all seinen spaßigen Survival-Reisen gibt es aber auch "Abenteuer mit Sinn", wie er sie selbst nennt. So setzt sich Rüdiger Nehberg seit vielen Jahren für die Abschaffung der Genitalerstümmelung ein. Dafür gründete er im Jahr 2000 die Menschenrechtorganisation Target. Sein größter Wunsch sei es, dass FGM bis zu seinem Tod abgeschafft wird.

Auch das Schicksal der Yanomami-Indianer liegt ihm am Herzen. Ihm gelang es, das letzte Indianervolk Amerikas zu bewahren. Dabei lernte er auch viele ihrer Bräuche und Spezialitäten kennen. Was es zum Beispiel mit der Totensuppe auf sich hat, hat er im langen Interview verraten.

Hier gibt´s das komplette Interview zum Nachhören:

Moderator Paul Materne im Gespräch mit Rüdiger Nehberg
M19 mit Rüdiger Nehberg
 

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