Silvester-Folgen

Augenschäden, Feinstaub und viel Müll

Für viele gehört das Feuerwerk zum Jahreswechsel dazu. Doch welche Gefahren dabei für Mensch und Tier bestehen, darüber klären Uni-Klinik und Umweltverbände auf.
Feuerwerk
Feuerwerk zu Silvester sieht bezaubernd aus, setzt aber auch jede Menge Feinstaub frei.

Jedes Jahr ist es ein buntes Spektakel, wenn gegen Mitternacht zu Silvester die Raketen in den Himmel steigen und am Himmel explodieren. Weniger schön, wenn sie das bereits am Boden tun und Menschen verletzen. Sei es aus Spaß oder für eine Mutprobe – die Folgen sind alles andere als spaßig.

Uni-Klinik warnt vor Augenschäden

Pünktlich zu Silvester kommen immer wieder Meldungen über Verletzungen durch Feuerwerkskörper an Händen und Füßen. So fand die Polizei vergangenes Mal zwei abgesprengte Finger am Leipziger Hauptbahnhof. In Möckern wurden damals fünf Personen durch einen selbst gebastelten Böller verletzt. Neben einem Knalltrauma zogen sich einige von ihnen auch Augenschäden zu.

Genau vor diesen warnt das Universitätsklinikum Leipzig dieses Jahr besonders, denn im schlimmsten Fall droht Erblindung. Innerhalb von zehn Jahren wurden in der Klinik zum Jahreswechsel 149 Patienten mit Augenverletzungen behandelt. Etwa zwei Dutzend davon verloren ihr Augenlicht. Die Verletzungen reichen von Prellungen und Verbrennungen bis hin zu Einsprengseln durch Ruß und Parteipartikeln. Die stellvertretende Direktorin der Augenklinik, Petra Meier, fügt hinzu:

Die meisten Menschen, die sich verletzen, haben überhaupt nicht aktiv ‚geböllert’.

Petra Meier, Universitätsklinik Leipzig

Dreiviertel der Patienten, die zu Silvester zu ihr kommen, seien Unbeteiligte. Die meisten seien Männer sowie zwischen 21 und 30 Jahren alt.

Gefahren auch für Umwelt

Nur die Wenigsten werden wohl beim Zünden der Rakete oder des Böllers an deren Auswirkungen auf Umwelt und Natur denken. Dabei ist die Knallerei für Haus- wie Wildtiere eine schwere Zeit. Der Naturschutzbund Leipzig berichtet von toten und verletzten Tieren, die jedes Jahr zu Neujahr im Rosental, Clara-Zetkin- und Johannapark gefunden werden. Denn gerade dort fänden sich im Winter viele Vögel zu Schlafgemeinschaften zusammen. Durch das laute Feuerwerk flögen die Tiere teilweise bis zur Erschöpfung umher. Einige erleiden Verbrennungen oder einen Schock. Der NABU bittet deshalb darum, das Feuerwerk auf betonierten, baumfreien Plätzen und abseits von Naturschutzgebieten oder Grünflächen zu zünden.

Auf ein weiteres Problem verweist der Umweltbund Ökolöwe. In einer Silvesternacht würde so viel Feinstaub freigesetzt werden, wie der Straßenverkehr sonst in acht Wochen produziere. Friederike Lägel vom Ökolöwe unterstreicht dies:

An keinem anderen Tag im Jahr ist die Feinstaubbelastung so hoch wie zum Jahreswechsel.

Friederike Lägel, Umweltbund Ökolöwe

Außerdem gehe von den Feuerwerkskörpern eine enorme Müllbelastung aus. Sie bestünden aus mehr als zwei Dritteln zu Hülsen und Verpackung, die dann in der Stadt rumlägen. Nabu Leipzig und Ökolöwe wünschen sich aus diesen Gründen weniger Knallerei und einen sinnvolleren Einsatz des dafür ausgegebenen Geldes.

 

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