Wohnungsmarkt

Auf Wohnungssuche als Geflüchteter

Leipziger Studenten haben es meist nicht schwer, eine Wohnung oder ein günstiges WG-Zimmer inklusive netter Gesellschaft zu finden. Wie aber gestaltet sich das für jemanden, der aus seiner Heimat geflohen und nach Leipzig gekommen ist?
Auch in Zeitungen sucht Achmed nach Wohnungen.

Vor der größten Gemeinschaftsunterkunft Leipzigs startet unsere Recherche. Der abseits gelegene Gebäudekomplex in der Torgauer Straße ist eine von über 30 sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen, für viele Geflüchtete eine der ersten Stationen ihres neuen Lebens in Deutschland. Die Stadt Leipzig verfolgt laut ihrem Wohnkonzept das Ziel, Geflüchtete so schnell wie möglich in eigenen Wohnungen unterzubringen. Aber wird das in der Realität auch so umgesetzt? Da wir in der Torgauer Straße keine Auskunft erhalten, sprechen wir mit jemandem, der seit Jahren mit Geflüchteten in Kontakt steht und über ihre Erlebnisse in Deutschland Bescheid weiß.

Integration durch Austausch

Britta Schulze ist Künstlerin und Grafikerin und fing vor einigen Jahren damit an, kulturelle und künstlerische Projekte in Jugendzentren zu veranstalten. Seitdem hat sie vielen Geflüchteten geholfen, in Leipzig Anschluss und Freunde zu finden. Britta selbst hat dadurch wertvolle Einblicke in die große Anzahl der Schwierigkeiten gewonnen, mit denen Geflüchtete hier konfrontiert werden – auch noch lange nach ihrer Ankunft. Ein schrumpfender Wohnungsmarkt, kultureller Habitus und schüchterne Deutsche sind nur einige Hürden auf dem steinigen Weg der Integration. Neben ihren Erfahrungen vermittelt mir Britta auch einige Kontakte, sodass ich mir selbst ein Bild machen kann.

Viele Geflüchtete kommen nicht an Deutsche ran, obwohl sie den Kontakt brauchen.

Britta Schulze

Erfahrungen von Geflüchteten

Salem, Achmed und Ahmad kamen alle aus demselben Grund nach Deutschland: weil es in ihren Heimatländern nicht mehr sicher für sie war. Ihre Geschichten und Erfahrungen, Hintergründe und Ansichten sind aber sehr unterschiedlich – so wie ihre Erlebnisse auf dem Leipziger Wohnungsmarkt. Welche bürokratischen, kulturellen und finanziellen Hindernisse sie überwinden müssen, erzählen sie in ihren Interviews. Anhand ihrer Erfahrungen versuchen wir zu verstehen, wie Wohnungssituation und kulturelle Integration für einen Geflüchteten zusammenhängen und wie wir sie dabei aktiv unterstützen können.

Wenn der Vermieter hört, dass du ein Ausländer bist, lässt er die Wohnung lieber leer.

Achmed

Mehr zu diesem Thema erfahren sie in der Reportage von Nico Otten: 

Eine Reportage von mephisto 97.6 Redakteur Nico Otten.
 

Kommentare

So weit ich weiß, ist die Torgauer Straße keine Erstaufnahmeeinrichtung, sondern eine GU (Gemeinschaftsunterkunft). Aus der Erstaufnahmeeinrichtung kann man normalerweise nämlich nicht direkt ausziehen, da man erst noch auf die Kommunen verteilt wird, eben dann in eine GU.

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