Themensendung

Auf Ganovenjagd im Kultstatus

Die Drei Fragezeichen, Sherlock Holmes, Miss Marple, zahlreiche Tatort-Ermittler - die Liste an Detektiven und Kommissaren ist lang. Aber was macht das Krimi-Genre eigentlich aus? Der Kultstatus hat Lupe und Pfeife ausgepackt und nachgeforscht.
Sherlock's Hut und Pfeife
Sherlock Holmes Museum

Eine karierte Mütze auf dem Kopf, eine qualmende Pfeife im Mundwinkel und in der Hand eine Lupe. Sofort wissen wir, um wen es sich handelt: einen Detektiv. Kein Wunder, die Ursprünge dieses Klischees liegen bereits Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1841 erschien die Kurzgeschichte "Der Doppelmord in der Rue Morgue" von Edgar Allen Poe. In der Geschichte ermittelt Auguste Dupin zusammen mit einem Kollegen in einem grausigen Mordfall - und löst ihn schließlich. Mit seinem messerscharfen Verstand und kühlem Kopf gilt der Detektiv Dupin heute als Vorlage für Arthur Conan Doyles berühmte Figur des Sherlock Holmes. Spätestens mit dem britischen Ermittler wurde dann auch unser Bild des Detektivs geprägt. Dabei liegen seine Ursprünge an ganz anderen Orten: in Paris, bei dem Franzosen Auguste Dupin und seinem amerikanischem Autor Edgar Allen Poe.

Lisa Albrecht hat sich mit den Anfängen der Kriminalliteratur beschäftigt und herausgefunden, warum gruselige Morde und deren Aufklärung schlagartig beliebt wurden und es bis heute sind:

Kultstatus-Redakteurin Lisa Albrecht über "Der Doppelmord in der Rue Morgue"
3005 Auguste Dupin Edgar Allen Poe

Nikotinpflaster statt Pfeife

Die Geschichte um den Privatdetektiv Sherlock Holmes und seinen Freund und Assistenten Watson ist nun schon seit über hundert Jahren beliebt. Immer wieder wurde sie auch in Filmen und Serien aufgegriffen, aktuell läuft die erfolgreiche Produktion "Sherlock" des britischen Senders BBC. Hier ermittelt Holmes allerdings im London unserer Zeit und muss einige Veränderungen in Kauf nehmen. So ist das exzessive Rauchen von Pfeifen in unseren Tagen undenkbar, Sherlock Holmes muss mit Nikotinpflastern statt Tabak Nachdenken und seinen Verstand schärfen. Was allerdings bleibt, ist seine reservierte Art und die ungleiche Freundschaft zu dem Mediziner Dr. Watson.

Was sich sonst für einen Sherlock Holmes des 21. Jahrhunderts ändert und wie es für das Ermittler-Duo Holmes und Watson in der vierten und vorerst letzten Staffel der Serie weitergeht, weiß Annika Sparenborg: 

Der Schreibtisch als schärfste Waffe

Detektive und Ermittler in Literatur und Fernsehn gibt es jede Menge. Angefangen bei Kalle Blomquist und den Drei Fragezeichen über Sherlock Holmes und Miss Marple bis hin zu James Bond und Dr. Börner. Bunt gemischt und eigentlich verschieden, prägen sie trotzdem unsere Vorstellung von dem Beruf. Aber wie arbeiten eigentlich echte Detektive? Und wie kommt man eigentlich zu dem Beruf?

Julia Müller hat herausgefunden, was man mitbringen sollte, um Detektiv zu werden und wie sich der Weg zu diesem, vielleicht nur auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich scheinenden, Beruf gestaltet:

Ein Beitrag von Julia Müller
3005 Privatdetektive

Miss Marple, Lady Molly of Scotland Yard und Mrs.Hudson

Bei einem unbedarften Blick in die Medienlandschaft könnte der Eindruck entstehen, dass Detektive eben nur das sein können: Detektive. Ermittlerinnen, Kommissarinnen und Detektivinnen nehmen keine besonders prominente Stellung in der Riege bekannter Kriminalfiguren ein. Wenn sie auftauchen, dann häufig als schmückendes Beiwerk in Bikini und Abendkleid, als mütterlich-naive Figur wie Inspector Holmes Haushälterin Mrs. Hudson oder aber sie bekommen gleich die Rolle des Opfers zugeschrieben. Ob das schon immer so war, welche Gründe es für den Männerüberschuss im Kriminalgenre geben könnte und welche weiblichen Detektivinnen man außer Miss Marple noch kennen sollte, darüber haben wir uns mit Dr. Maria Fleischhack von der Universität Leipzig unterhalten.

Dr. Fleischhack ist am Institut für Anglistik an der Universität Leipzig tätig und Mitautorin des Blogs "Baker Street Babes", der einen feministischen Blick auf die Serie und die Geschichten rund um Holmes und Watson wirft:

Moderator Alexander Moritz im Gespräch mit Maria Fleischhack von der Universität Leipzig
3005 Interview Maria Fleischhack
 

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Johanna Bastian
07.06.2017 - 12:56