Leipziger Stadtteilexpedition

Auf den Sofas der Eisenbahnstraße

mephisto 97.6 auf Stadtteilexpedition. Was unsere Reporterin zwischen Kaffee, Kippen und Kuchen am "Tag der offenen Wohnungstüren" über das Viertel und seine Bewohner erfahren hat.
"Ihr seid eingeladen bei Till/ Piro / Nöller. Lasst euch überraschen!"

Stadtführungen laufen normalerweise so ab: Ein Haufen Ortsfremder dackelt im Gänsemarsch einem Ortskundigen hinterher, lässt sich von ihm Vorzeigebauten präsentieren und mit wissenswerten Informationen berieseln. Bei der "Leipziger Stadtteilexpedition" im Eisenbahnstraßen-Viertel ist ein bisschen mehr Eigeninitiative gefragt. Alle Teilnehmer bekommen am Startpunkt eine Karte, eine Liste mit Adressen und drei Stunden Zeit, um die Menschen kennenzulernen, die am "Tag der offenen Wohnungstüren" auf Besuch warten.

Damit die Gäste wissen, worauf sie sich so ungefähr einstellen können, steht neben jeder Hausnummer  eine kurze Beschreibungen:

Klingelt bei Lerch. Charly und Kim speisen wie bei Muttern.

Friedrich/ Fischer / Annipannijeani erwarten euch zu "Coffee and Cigarettes mit Jeani und Kerse.

Herr Schöne zeigt euch seine Balkoninstallation. Fragt ihn unbedingt nach seiner Registrierkasse.

Unter den insgesamt sieben Adressen sind nicht nur private Haushalte, sondern auch öffentliche Räume, wie der offenen Garten "Queerbeet" oder die VoKü im japanischen Haus, die sich über helfende Hände freuen.

Obwohl jedes der einzelnen Angebote verlockend klingt, empfiehlt Organisatorin Antje Rademacker den etwa zwanzig neugierigen Stadtteil-Entdeckern, nicht von Haustür zu Haustür zu hetzen. Im Mittelpunkt des Projektes stehe die Begegnung und nicht das Ziel, in kurzer Zeit möglichst viel zu schaffen.

Die Idee

Zusammen mit der Künstlerin Diana Wesser hat Kulturmanagerin Antje Rademacker das partizipatorische Projekt "Leipziger Stadtteilexpedition" ins Leben gerufen. Im Juli diesen Jahres fand die erste Entdeckungstour in der Eisenbahnstraße statt. Damals beteiligten sich einige Läden und man kam bei schönem Sommerwetter in den Gärten verschiedener Bewohner zusammen. Im November sollten Besucher und Gastgeber nun bei frostigen Außentemperaturen auf den Sofas des Eisenbahnstraßen-Viertels in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre näher zusammenrücken.

Zukunftspläne

Die beiden Initiatorinnen würden ähnliche Aktionen und Projekte auch gerne in anderen Stadtvierteln Leipzigs umsetzten. Wann und wo der nächste "Tag der offenen Wohnungstüren" stattfindet, steht aber noch nicht fest. Das größte Problem bei der Planung sei, Menschen zu finden, die dazu bereit sind, völlig Fremden ihre Türen zu öffnen.

Im Eisenbahnstraßen-Viertel haben sich genügend Freiwillige gefunden. mephisto 97.6-Reporterin Anika Reker hat als Teilnehmerin bei der "Stadteilexpedition" mitgemacht und in drei Stunden insgesamt drei Wohnungen besucht: 

Ein Beitrag von mephisto 97.6 - Reporterin Anika Reker über die Stadtteilexpedition in der Eisenbahnstraße.
 
 

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