Giant Rooks im UT Connewitz

Art-Pop in der schönsten Location

Giant Rooks spielten am Montag im ausverkauften UT Connewitz. Die fünf Jungs aus Hamm erschufen eine entspannte und fröhliche Stimmung und luden mit ihrem abwechslungsreichen Set zum Tanzen ein.
Letztes Jahr spielten Giant Rooks noch im Clubzimmer des Täubchenthals. Jetzt haben sie das UT Connewitz gefüllt.
Letztes Jahr spielten Giant Rooks noch im Clubzimmer des Täubchenthals. Jetzt haben sie das UT Connewitz gefüllt.

Der Geruch von Nebel liegt in der Luft, Silhouetten wippen im Scheinwerferlicht auf und ab. Klare Gitarrenklänge schallen durch den Raum, während manche die Augen schließen, den Moment genießen und sich davon tragen lassen. Andere blicken an die gewölbte Decke, wo Bühnenlichter Muster auf den Putz malen. Eine raue Stimme erhebt sich zu einem Lied, das vielen ein Johlen entlockt. Dann der Trommelschlag, der das Wippen der träumenden Menge in Tanzen verwandelt. Hier und da recken sich Hände in die Höhe, bewegen sich tanzend zur Musik oder klatschen den Takt.

Zwischen alt-J und Arcade Fire

Giant Rooks begeistern mit klirrenden Gitarrenläufen, treibenden Drums, zackigen Beats, experimentellen elektronischen Klängen und auch ruhiger Akustikgitarre. Frontmann Fred Rabe kann dabei nicht nur singen, sondern begleitet die Stücke mit Gitarre, streut mit Bongos und Trommel fein dosierte Perkussion ein oder spielt markante Melodien durch ein Launchpad ein. Zusammen mit Finn Schwieters an der Gitarre, Luca Göttner am Bass, Jonathan Wischniowski an Keyboard und Synthesizer, und Finn Thomas am Schlagzeug erschafft er einen Sound, der oft mit alt-J, Balthazar oder Arcade Fire verglichen wird.

 

 

Giant Rooks klingen nach einer Mischung aus Folk und Indie Pop mit elektronischen Einflüssen, sie selbst bezeichnen ihre Musik aber als Art Pop. Denn sie probieren sich eben noch aus, wollen ihren ganz eigenen Sound finden. Und man hört ihn auch, den feinen Unterschied, die Entwicklung von alten zu neuen Songs. Simplere ältere Songs wie „Itchy Feet“ oder „Smaland“ lassen das Publikum aber genauso jubeln, wie neue ausgefeiltere Songs. Den Höhepunkt liefern eindeutig die Songs „Slow“, „New Estate“ und „Mia & Keira“ die mit eingängigen Melodien vom Ohr direkt in die Beine geht und den Saal tanzen lässt.

"Die schönste Location unserer Laufbahn."

Die schon Festival- und Clubtour-erprobte Band macht seit 2014 zusammen Musik. In der Tasche haben sie bereits den popNRW-Preis 2016 als Beste Newcomer und belegten den dritten Platz des New Music Awards der ARD. Drei der fünf Bandmitglieder drückten zu diesem Zeitpunkt sogar noch die Schulbank. Im letzten Jahr tourten sie dann zum ersten Mal als Headliner, nachdem sie ihre zweite EP „New Estate“ veröffentlichten. Sie sind schon viel rumgekommen, spielten auch in Österreich und der Schweiz. Und trotzdem staunen sie nicht schlecht über den schönen Saal des alten Lichtspieltheaters UT Connewitz im Leipziger Süden und bezeichnen ihn als „schönste Location“ ihrer gesamten Konzertlaufbahn.

Hits und Indie-Perlen

Die Jungs aus Hamm in NRW sind sympathisch, wirken entspannt und fröhlich und lassen sich auch den kleinen Plausch mit dem Publikum nicht nehmen. Man merkt ihnen deutlich den Spaß an der Musik und auch die Freundschaft untereinander an. So haben alle stets ein leichtes Lächeln auf den Lippen und genießen den Abend. Die schönsten Momente sind wohl, wenn sie sich gegenseitig anlachen oder Gitarrist Finn die Augen schließt, als es Applaus regnet. Giant Rooks haben richtig Spaß während des Abends und wirken einfach authentisch. Nach dem Konzert packen sie entspannt ihr Equipment zusammen und stehen schließlich fröhlich am Merchandise Stand für Autogramme, Fotos und Fragen zur Verfügung. Angefangen als Support für Kraftklub, Razz und Von Wegen Lisbeth, machen sie sich großartig auf ihrer eigenen Headliner-Tour. Songs wie „New Estate“ beweisen Hit Potenzial und wie Giant Rooks verrieten, lassen auch neue Indie-Perlen nicht mehr lange auf sich warten.

 

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Hanna Schubert
22.03.2018 - 16:07
  Kultur