Städteranking in den USA

Armut mit Einschränkung

Eine Studie hat herausgefunden, dass Athens in Ohio die 8. ärmste Kleinstadt des Landes ist. Die Studie macht allerdings einen entscheidenden Denkfehler. Aufatmen kann die Bevölkerung dennoch nicht, denn der Handelsstreit sitzt den USA im Nacken.
Viele Kleinstädte in den USA haben wirtschaftliche Probleme.
Die Universitätsstadt ist die 8. ärmste Kleinstadt der USA.

Das 24/7 Wall Street Institut hat das Einkommen aller amerikanischen Kleinstädte ausgewertet. Für Ohio lautet das traurige Ergebnis, dass gleich zwei Städte unter den Top 10 gelandet sind: East-Cleveland und die kleine Universitätsstadt Athens.

Berücksichtigt wurden das durchschnittliche Einkommen, Preise für Eigentum und die Arbeitslosenquote. All diese Werte passen auch von Athens in das Ranking. Überraschend ist aber der Prozentsatz der Einwohner mit Bachelorabschluss.

Denkfehler verfälscht Ergebnis

Während weniger als 3 Prozent der Bevölkerung der meisten anderen Kleinstädte in den traurigen Top 10 einen College-Abschluss hat, liegt die Zahl in Athens bei 63 Prozent. Und hier liegt der Denkfehler der Studie, denn sie hat nicht das zumeist geringe Einkommen von Studierenden bedacht, die sich zwar negativ auf die Statistik auswirken, aber eigentlich nicht unter Arbeitnehmende gefasst werden dürften, wenn es um das durchschnittliche Einkommen geht.

Aufatmen können die Einwohner und Einwohnerinnen von Athens dennoch nicht, denn auch lokale Unternehmen haben es durch die geringe Kaufkraft schwer, sich am Markt zu etablieren und auch langfristig Gewinne einzufahren.

Viele der Menschen mit College-Abschluss verlassen die Kleinstadt nach ihrem Studium, um anderswo bessere Karriereoptionen zu finden. Aber die Studie des 24/7 Wall Street Instituts zeigt auch, dass die Lage in sehr vielen Bundesstaaten wirtschaftlich schlecht aussieht.

Handelsstreit verschärft Situation

Das hat auch Präsident Donald Trump während seines Wahlkampfes 2016 erkannt und den Aufbau der amerikanischen Wirtschaft zu einem seiner Zugpferde gemacht. Die Unterstützung der frustrierten und teils hoffnungslosen Landbevölkerung sicherte ihm, laut Expertenmeinungen, damals den Wahlsieg.

Bislang warten viele, vor allem in den Bundesstaaten des mittleren Westens, noch immer auf die versprochenen Jobs. Der aktuelle Handelsstreit über höhere Zölle für Produkte aus der EU soll den Produktionsstandort Amerika sichern.

Hoffnung zieht ins Ausland

Diese Rechnung scheint noch nicht aufzugehen. Der Motorrad-Hersteller Harley-Davidson hat aus Angst vor weiteren Umsatzeinbußen angekündigt, seine Produktion nach Brasilien und Asien auszulagern. Die erhofften neuen Arbeitsplätze in den USA würden ausbleiben und vorhandene zusätzlich wegfallen.

Mit Harley-Davidson kündigt eine Kultmarke, ein uramerikanisches Unternehmen Konsequenzen an, die die USA nicht nur finanziell treffen, sondern auch ein Loch in den ebenso typischen Patriotismus reißen.

Die wirtschaftliche Situation der USA ist aus Sicht der Bürger und Bürgerinnen beängstigend und Besserung ist trotz groß angekündigter Vorhaben aktuell nicht in Sicht.

 

Den Beitrag gibt es hier zum Nachhören:

Ein Beitrag von Lauren Ramoser
Städteranking in den USA

 

 

Kommentieren