Böhlitz-Ehrenberg

Altruismus veraltet?

In der Stadt gibt es immer was zu tun, aber nicht jede Arbeit kann von Festangestellten gemacht werden. Dafür ist ehrenamtliche Arbeit eine Option. Doch wie steht es eigentlich um das Ehrenamt?
Boehlitz-Ehrenberg von oben
Böhlitz-Ehrenberg von oben

Die Bedeutung des Ehrenamts ist tief in den Köpfen der Deutschen verankert. Doch immer öfter ist von einem Nachwuchsmangel im Ehrenamt die Rede. Dies ist überall in den Städten der Fall. Wir haben uns den Randbezirk Böhlitz-Ehrenberg angeschaut und viele Freiwillige getroffen.

Viele Angebote – wenig genutzt

Auf den ersten Blick gibt es in Böhlitz-Ehrenberg viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu betätigen. Jedoch wird schnell klar, dass der jüngere Teil der Bevölkerung dieses Angebot kaum wahrnimmt. Viele der Befragten wünschen sich daher generell mehr Engagement seitens der Bevölkerung. Besonders in den Bereichen Pflege und Sport mangelt es an engagierten Hilfskräften. Hier möchte man vor allem junge Menschen ansprechen, doch für diese scheint ein Ehrenamt wenig attraktiv.

Gründe für den Nachwuchsmangel

Wie problematisch es sein kann, viel Zeit in ein Ehrenamt zu investieren, weiß Markus Kupka (rechts im Bild). Er ist stellvertretender Ortswehrleiter der ansässigen freiwilligen Feuerwehr. Regelmäßig wird er auch nachts aus dem Bett geklingelt und muss volles Engagement für den Einsatz zeigen. Dennoch ist er seit mehr als 14 Jahren mit Leidenschaft dabei. Für ihn bedeutet sein Dienst Kameradschaft und Zusammenhalt. Dass viele Jugendliche zwar der Jugendfeuerwehr beitreten, allerdings nie in den aktiven Einsatzbereich überwechseln, erklärt er sich so:

Jeder ist auch mit seinem Leben und seinem Job so beschäftigt, dass er froh ist seine Ruhe zu haben.

Markus Kupka

Denis Achtner, Markus Kupka
Denis Achtner, Markus Kupka

Konflikte zwischen Schule, Studium oder Beruf und Ehrenamt entstünden insbesondere, wenn beide Tätigkeiten zeitlich aufeinander fielen, sagt uns Denis Achtner. Er ist Ortsvorsteher von Böhlitz-Ehrenberg, als Trainer im Rollhockey-Club tätig und sitzt im Vorstand der ehrenamtlichen Bürgergesellschaft. Auf das Problem des Nachwuchsmangels ist er bereits in all seinen Tätigkeiten gestoßen. Es sei schwer, die Jugendlichen zu motivieren, ihre Zeit für andere zu hergeben. Darüber hinaus ermahnt er, dass man ein Ehrenamt nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.

 

 

Die ehrenamtliche Arbeit wird meiner Meinung nach unterschätzt von vielen, da man ja nicht sieht, was dahinter für Arbeit steckt.

Denis Achtner

 

Unterwegs in Böhlitz-Ehrenberg waren Felina Czycykowski und Sabrina Wistuba.

Ein Beitrag von Felina Czycykowski und Sabrina Wistuba.

Gesprochen von Felina Czycykowski.

2808 Ehrenamt in BE
 

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Sabrina Wistuba, Felina Czycykowski
28.08.2018 - 10:49

Treffen Jugendfeuerwehr: Donnerstags, 17:00-18:30 Uhr, Betreuer: Norman Kießling, jfw@ff-be.de