Konzertbericht: Get Well Soon Big Band

Alptraum und Tongewalt

Konstantin Gropper alias Get Well Soon hat es wieder nach Leipzig verschlagen. Mit Big Band und seinem neuem Album „The Horror“ trat er unter freiem Himmel auf der Parkbühne GeyserHaus auf.
Get Well Soon Big Band
Get Well Soon mit Big Band auf der Parkbühne am GeyserHaus.

Mittwoch, 18:30 Uhr: Die Tore der Parkbühne am GeyserHaus in Eutritzsch öffnen sich. Gemächlich füllt sich das Gelände, die meisten machen einen Zwischenstopp an Wurstbude und Getränkestand. Die Blicke schweifen gespannt in Richtung Bühne, die an diesem Abend schon ohne Menschen voller ist, als gewöhnlich. Im Hintergrund hängen drei riesige, weiße Banner mit okkulten Symbolen, die so auch an die Wände einer satanischen Gruppierung getapt sein könnten. Oben stehen die Buchstaben: G. W. S., kurz für Get Well Soon. Hinter dem Namen verbirgt sich Multiinstrumentalist und Komponist Konstantin Gropper. Der hat sein Album „The Horror“ im Gepäck, in dem er seine eigenen Alpträume verarbeitet. Drum herum hat er eine Platte gestrickt, die vor allem durch ein großartiges Orchester gezeichnet ist.
Und kurz nach 20 Uhr betritt dieses dann auch die Bühne. Drei Streicher (einer von ihnen das kanadische Chamber Pop Sternchen Sam Vance-Law) und drei Bläser nehmen auf den Stühlen im hinteren Teil platz, der Rest der Big Band versammelt sich vorn und stimmt die ersten Töne an. Von hier an beginnt ein wilder Ritt durch Get Well Soon’s Diskographie. „The Horror“ steht dabei natürlich im Vordergrund und alle drei Alpträume („Nightmare No. 1 -3“) werden tongewaltig performt. Für Alptraum Nummer 2 lässt dann Sam Vance-Law die Geige liegen und ergreift neben Gropper das Mikro. Zwischendurch spielen Get Well Soon und Band dann auch immer wieder Songs aus seinen vorrangegangenen vier Alben, wie das melancholische „It’s Love“ und „Roland, I Feel You“.

Get Well Soon Big Band
Get Well Soon

Für „Nightjogging“, das Get Well Soon im Original mit Sängerin Kat Frankie singt, betritt dann auf einmal ein Typ in Sportklamotten die Bühne. Das Mysterium löst sich schnell auf, als er beginnt zu joggen und dabei die Geräusche seiner Beine von Mikros aufgefangen und in den Song mit eingebaut werden. Ziemlich beeindruckend!

Etwas mehr als die Hälfte des Konzerts verbringt das Publikum im Sitzen. Durch die charmanten Ansagen von Gropper stehen erst ein paar Mutige, und dann einige mehr auf, um zu den „schmissigeren“ Songs zu tanzen. Irgendwann ist der kleine Platz vor der Bühne gut gefüllt und die Zugabe wird mit jeder Menge Jubel verlangt. Mit „I Sold My Hands for Food So Please Feed Me“ holt das Orchester noch einmal alles heraus und Gropper und seine Band können ihr Glück kaum fassen, als auch nach den letzten Liedern der Jubel nicht verklingt. Und so betritt ein Teil von ihnen dann noch einmal die Bühne, um das Konzert zu einem mehr als würdigen Abschluss zu bringen.

 

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