GameCheck: Control

Alles unter Kontrolle

Nach dem mysteriösen Thriller "Alan Wake" und den Zeitreisen in "Quantum Break" wagt sich der Entwickler Remedy mit "Control" an ein weiteres Science Fiction Game. Neben einer neuen Story gibt es zum ersten Mal auch Rollenspielelemente.
Als neue Direktorin hat Jesse viele neue Möglichkeiten, aber auch Pflichten.
Als neue Direktorin hat Jesse viele neue Möglichkeiten, aber auch Pflichten.

Wie gewöhnlich bei Remedy-Spielen werde ich zu Beginn mitten in das Geschehen geworfen. Die Protagonistin Jesse Faden, in deren Rolle ich schlüpfe, scheint mit mir als Spielerin zu reden. Sie erzählt mir, dass die Welt wie wir sie kennen nur eine Täuschung ist, um uns von der realen und viel größeren Welt abzulenken. Wie sie darauf kommt, erfahre ich erstmal nicht. Denn Jesse ist im Federal Bureau of Control angekommen. Dort will sie ihren Bruder Dylan finden, den sie 17 Jahre lang nicht gesehen hat. 

Plötzlich Direktorin 

Jesse kann als Direktorin Objekte der Macht wie die Amtswaffe an sich binden.

Doch die Suche nach ihrem Bruder tritt erstmal in den Hintergrund. Als Jesse das scheinbar verlassene Bürogebäude erkundet, gelangt sie auch in das Büro von Direktor Trench. Er liegt tot auf dem Boden, neben ihm liegt eine Pistole, die Amtswaffe. Jesse hebt sie auf und wird damit unfreiwillig zur neuen Direktorin bestimmt. Ab diesem Moment kann sie auch die Stimme des Toten hören, der ihr erklärt, dass sie nun die Behörde schützen muss. 

Das Zischen ist außer Kontrolle

Control ist ein Deckungsshooter.

Das seuchenartige "Zischen" hat die Behörde überfallen und die ungeschützten Mitarbeitenden in eine Art Monster verwandelt. Die sind − wie die restlichen Mitarbeitenden − bewaffnet und schießen auf Jesse und die weiteren Überlebenden. Zu ihrer Verteidigung hat Jesse zu Beginn nur die Amtswaffe, die in erster Linie als Pistole funktioniert. Das Besondere an der Amtswaffe ist, dass sie unendlich Munition hat, die man allerdings nachladen muss. Ähnlich verhält sich das auch mit den Fähigkeiten wie der Telekinese, die Jesse später lernt: Die haben eine Nachladezeit, einen sogenannten "Cool Down". Doch während Jesses Angriffsmöglichkeiten potenziell unbegrenzt sind, ist ihr Leben begrenzt und regeneriert nicht von selbst. Am Anfang kann sie zur eigenen Verteidigung nur wegrennen und sich kurz in Deckung begeben. Das kann gerade für Spielende ohne Shootererfahrung sehr frustrierend sein.

Eine Frau räumt auf 

In der Astralebene lernt Jesse neue Fähigkeiten.

Jesse hat die Fähigkeit, bestimmte Gebiete vom "Zischen" zu befreien und damit einen Kontrollpunkt zu aktivieren. An diesen Kontrollpunkten speichert das Spiel, ich kann zu anderen Kontrollpunkten reisen, mir weitere Waffenarten bauen, modifizieren und aufwerten und auch Jesses Fähigkeitspunkte verteilen. Beim Abschließen von Haupt- und Nebenmissionen, die ich entweder von den Spielecharakteren bekomme, oder die ich zufällig in der Welt finde, erhalte ich Belohnungen wie Modifikationen, Ressourcen für die Waffen oder Fähigkeitspunkte.

Die kleinen Rätsel im Oceanview Motel bieten eine gute Abwechslung.

Die kleinen Rätsel im Oceanview Motel bieten eine gute Abwechslung. Diese Rollenspielelemente sind neu für Spiele vom Entwickler Remedy und nerven in "Control" mehr, als zum Spielspaß beizutragen. Erfülle ich nämlich nicht genug Nebenmissionen, fehlen mir die nötigen Fähigkeitspunkte, um stärkere Gegner zu besiegen. Umso frustrierender ist es, dass die Gegner immer wieder an bereits besuchten Orten auftauchen können. Dadurch kann man die schöne, liebevoll gestaltete Spielwelt gar nicht so wirklich genießen. Leider gibt es auch nicht wie in den Vorgänger-Spielen die Möglichkeit, einen Schwierigkeitsgrad auszuwählen, um sich die Kämpfe leichter oder schwerer zu machen.

Fazit 

Wie schon in "Quantum Break" gibt es auch in "Control" Verweise auf "Alan Wake".

"Control", erzählt eine interessante Science Fiction Geschichte, die sich leider durch die vielen Nebenmissionen und Kämpfe gegen Gegner streckt. Die Rollenspielelemente nehmen die Dynamik aus dem Spiel, das eigentlich viel Potenzial bietet. Wer aber einen Deckungsshooter mit einer guten Geschichte als Beigabe sucht, ist mit "Control" gut bedient. 

Die Rezension zum Nachhören:

Eine Rezension von Laura Kreuzhage
 

Der Trailer zum Spiel:

 

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Control

Plattform: PC, PlayStation 4, Xbox One

Entwickler: Remedy

Herausgeber: 505 Games