Newcomer des Monats: Lion Sphere

Alles in Bewegung

Lion Sphere kommen aus verschiedene Ecken der Welt. In Berlin lernten sich die vier Musiker kennen und sind mit ihrer Mischung aus Jazz, Artrock und Ambient unsere Newcomer des Monats. Seit vergangen Freitag ist ihr Debütalbum auf dem Markt.
Lion Sphere
Lion Sphere sind Karim Hegazy, Dominik Petzold, Joel Montagud und Fabian Rösch.

Vier Musiker aus verschiedenen Ecken der Welt, die sich in Berlin kennen lernen und eine Band gründen. Das klingt erstmal wie ein riesengroßes Cliche, aber genauso ist es der Band Lion Sphere passiert. Joel, Dominik, Karim und Fabian trafen sich beim gemeinsamen Musikstudium in der Hauptstadt, jammen miteinander und haben im Herbst 2016 ihre erste EP „The Infinite You“ veröffentlicht. Seitdem ist einiges passiert, neben dem eigenen, ausfürlichen Touren waren sie auch mit Mighty Oaks in ganz Europa unterwegs.

Flucht aus der Stadt

Future Soul nennen Lion Sphere ihre Mischung aus Jazz, Artrock, Fun und Ambient und vermitteln damit genau das, was Bandname und Albumtitel vermuten lassen: sommerlich entspannte Töne. Doch wer jetzt oberflächliche gute Laune Musik erwartet liegt falsch, denn auf „An Infinite You“ kamen die Ideen und Einflüsse der vier Mitglieder, die alle andere Instrumente studiert haben, zusammen und flossen in die sechs ersten Songs der Band.
Das viele touren seit der Bandgründung 2013, das supporten von großen Bands wie Mighty Oaks und ja, vielleicht auch das Musikstudium haben Lion Sphere Struktur gegeben, die ihre vielschichtigen Songs brauchen, um am Ende sphärisch-warm dahinzugleiten.

Lion Sphere kommen nicht nur aus allen Ecken der Welt, Sänger Joel ist zum Beispiel auf Mallorca groß geworden, sondern gehen auch immer wieder dorthin zurück. Regelmäßig flüchten sie aus der Stadt und arbeiten in der Sonne Spaniens an ihren Songs. Ein Luxus, den sich nicht jede Band leisten kann. Für Lion Sphere zahlt es sich aber aus, denn Gitarrenzupfen hört man genauso wie Synthie Klänge und jazzige Schlagzeug-Grooves. Darüber legt sich eine abwechslungsreiche Stimme, die sich in der Enge Berlins wahrscheinlich nicht so gebildet hätte.

Was sich auf „An Infinite You“ schon angedeutet hat, hat auf „A Moving Sun“ Raum sich zu entfalten. Es ist ein vielfältiges Album geworden und die Band bietet in den 15 Songs ihr volles Spektrum und hält nicht an einem Schema fest. Mal beginnen sie mit poppiger Melodie und Gesang, nur um im nächsten Song wütend davon zu preschen.

Sounds und Grooves

Thematisch bewegen sich Lion Sphere irgendwo zwischen jugendlicher Leichtigkeit und dem Ernst des Lebens. Sie reihen eher Satzfetzen aneinander, als eine stringente Geschichte durch zu erzählen und am Ende soll es auch nicht um den Inhalt, sondern um den Sound der Songs gehen.
Die Stimme von Sänger Joel verändert sich je nach Intensität der Musik und schmiegt sich oft an die jazzigen Grooves oder wird passend zur Gitarre ordentlich laut. Vom Träumen, Veränderungen, gesunden und ungesunden Beziehungen und von Begierde singt er in den oft sehr intim wirkenden Liedern.

Lion Sphere befinden sich in einer wahnsinnig spannenden Phase ihrer Karriere und man merkt, dass sie vor Kreativität beinahe platzen. Sie wollen nicht im Sumpf der Musikindustrie versinken, weswegen man von ihnen keine großen Hits erwarten kann. Mit ihrer Mischung aus Jazz, Artrock, Indie und Fusion haben sie ihren Sound gefunden und klingen wahnsinnig frisch und modern.

 

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Marie Jainta
31.05.2018 - 09:05
  Kultur

Lion Sphere: A Moving Sun

Tracklist:
  1. Alice at Once*
  2. Patricles in Motion*
  3. Cobra Bite
  4. Nightrider
  5. State of Mind*
  6. Head in the Clouds
  7. About this Mess*
  8. Tendencies
  9. Hippo Thoughts
  10. Shadow Follows
  11. Ties
  12. Thunder
  13. Hitodanger
  14. Keep Dreaming*
  15. .

Anspieltipps*

Erscheinungsdatum: 25.05.2018
Lion Sphere