Weihnachtsmarkt 2017

Alle Jahre wieder

Der Weihnachtsmarkt konnte dieses Jahr ungefähr 300 Stände zu Kulinarischem und Handwerklichem bieten. 2,1 Millionen Besucher waren 2017 dort unterwegs. Wir haben mit dem Marktamt und der Polizei über Organisation und Sicherheit gesprochen.
Der Leipziger Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten in Deutschland. Er soll 1458 zum ersten Mal stattgefunden haben.

Der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt hatte Vieles zu bieten: ein Finnisches und Südtiroler Dorf, einen Mittelaltermarkt, über 1000 Tannenbäume zur Dekoration. Für eine Aussicht über den Leipziger Weihnachtsmarkt wurde ein Riesenrad aufgebaut.

Ganze 38 Meter ist das Riesenrad groß.

Neben dem Riesenrad war auf dem Augustusplatz vor der Oper ein Märchenwald aufgebaut. Dort konnten Kinder ihr Wissen unter Beweis stellen und Fehler in den dargestellten Märchen suchen. Zusätzlich wurde dieses Jahr erstmalig eine Wichtelwerkstatt auf dem Augustusplatz aufgebaut. Die Hütte bot viel Platz für das kreative Ausleben der Kleinen. Ein weiteres Spektakel war die Ankunft des Weihnachtsmannes:

Das ist in den vergangenen drei Jahren ein dermaßen großes Event geworden. Also eigentlich eine Einzelveranstaltung. Der Weihnachtsmann kommt mit einer historischen Dampflok an und zwei- bis dreitausend Begeisterte warten.

Walter Ebert, Marktamtsleiter der Stadt Leipzig

Falls man den Weihnachtsmann dort nicht sehen konnte, gab es die Möglichkeit ihn bei seinen Sprechstunden auf dem Markt anzutreffen.

Unter den Top 20

Der Leipziger Weihnachtsmarkt wurde von einem Londoner Verlag zu einem der besten 20 Weihnachtsmärkte in Europa gekürt. Walter Ebert vom Marktamt sieht das jedoch nüchtern. Die Bewertungskriterien seien nicht transparent. Ihm ist es viel wichtiger, einen qualitativ hochwertigen Markt für die Besucher zu gestalten.

Wir haben mit Walter Ebert über die Organisation einer solch großen Veranstaltung gesprochen:

mephisto 97.6: Wo liegt ihr Aufgabenbereich?

Walter Ebert: Wir haben zur Aufgabe, alle Spezialmärkte, Wochenmärte der Stadt vorzubereiten. Das bedeutet in diesem Fall natürlich auch den Weihnachtsmarkt, den wir ein Jahr lang vorbereiten. Wir beginnen mit einer Ausschreibung, die geht Anfang Februar online, die wird im Amtsblatt veröffentlicht. Da stehen alle Kriterien drin: Was wir wollen, wer sich bewerben kann und die Fristen, die er einhalten muss. Welche Anforderungen wir an den Stand, die Produkte und die Dekoration haben. Danach haben alle, die sich bewerben wollen bis Ende April Zeit.

mephisto 97.6: Wie sieht der organisatorische Aufwand aus?

Walter Ebert: Das ist schon ziemlich umfangreich. Wir erhalten im Schnitt zwischen 500 und 600 Bewerbungen für am Ende geschätzte 260 Standplätze, die wir vergeben können. Wir haben viele Absprachen mir Partnern, die wir in der Organisation berücksichtigen müssen.

Das Finnische Weihnachtsdorf ist unter anderem für seinen Flammlachs bekannt.

Das sind unter anderem Partner, die das Finnische Dorf, das Südtiroler Dorf, den Mittelaltermarkt organisieren.

mephisto 97.6: Ist das Finnische Dorf das einzige seiner Art in Sachsen?

Walter Ebert: In Sachsen auf jeden Fall. Der Partner, der das veranstaltet ist in Stuttgart und in Hannover mit einem wesentlich kleineren Produkt am Start. Hier bei uns hat er eine so gute Möglichkeit bekommen, dass er die letzten drei Jahre das auf dem Augustusplatz gut genutzt hat. Es ist eine ganz tolle Anlage geworden mit einer 300 Jahre alten finnischen Hütte. Mit vielen Möglichkeiten, die weit über Flammlachs hinaus gehen.

mephisto 97.6: Wie ist der Markt in den letzten Jahren bei den Besuchern angekommen?

Walter Ebert: Es kommt vor, dass der ein oder andere sich bewert, weil er sich unwohl gefühlt hat oder den einen Stand nicht gefunden oder vermisst hat. Das ist bei einem riesen Produkt, das vier Wochen läuft, ganz normal. Das überwiegende Feedback ist jedoch positiv. Wir haben auch mehrere Umfragen in den letzten Jahren gemacht - sowohl bei den Händlern als auch bei den Besuchern. Die Durchschnittsnoten gehen 98 Prozent an die Noten 1 und 2.

mephisto 97.6: Was hat sich in den letzten 20 Jahren verändert?

Walter Ebert: Das kann ich sogar ganz gut erklären, weil ich seit über 20 Jahren Veranstaltungen auch für andere Arbeitgeber organisiert habe. Was sich wesentlich verändert hat, ist das Thema Sicherheit. Hier werden ganz andere Maßstäbe angesetzt für eine größere Sicherheit der Besucher. Das muss man auch positiv sehen. Alle Beteiligten – die Rettungskräfte, die Polizei und Feuerwehr – wir arbeiten jetzt alle viel enger miteinander zusammen.

Stupide, aber notwendig

Die Sicherheit für Großveranstaltungen ist immer wieder ein Thema. Für den diesjährigen Weihnachtsmarkt wurde unter anderem der komplette Innenstadtbereich - abgesehen von den Straßenbahnen - abgesperrt. Dazu wurden nicht nur Betonblöcke für die Straße, sondern auch jeweils ein Streifenwagen für die Schienen genutzt.

Das ist sicherlich - so ist es auch in der Öffentlichkeit dargestellt - durchaus eine stupide Tätigkeit. Das ändert jedoch nichts daran, dass sie notwendig ist.

Andreas Loepki, Polizeisprecher

Neben diesen Sicherheitsvorkehrungen gab es im Innenstadtbereich wieder viel Polizeipersonal auf Streife. Wir haben mit Andreas Loepki über die Sicherheit auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt gesprochen:

 

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