Frisch Gepresst: Maggie Rogers

Von der Macht des Erinnerns

Über soziale Medien die eigene Musik ein bisschen bekannter machen – das versuchen viele. Doch ausversehen durch ein virales YouTube-Video einen Chart Hit zu landen, das passiert nur Maggie Rogers. Diese Woche erscheint ihr Debüt-Album.

2016 tauchte ein halbstündiges Video einer Masterclass für Musikstudierende an der New York University auf. Pharrell Williams gibt darin Tipps, Kritik und Ratschläge, doch bei einer der Musikerinnen verschlug es ihm die Sprache und Kritik blieb aus - Maggie Rogers. Ihr Song „Alaska“ wurde daraufhin zum Hit und sie unterschrieb einen Deal bei Capitol Records. Seitdem wird ihr Debütalbum sehnlichst erwartet. Diesen Freitag kommt es auf den Markt. 

 

Eine Betrachtung von Veränderung

Die letzten zwei Jahre waren für Maggie Rogers so sehr von Veränderung geprägt, dass ihr erstes Album „Heard It In A Past Life“ natürlich thematisch nur von diesem schnellen Wechsel handeln kann. Zwölf Songs lang ist ihre Abhandlung über die verschiedensten Aspekte. Musikalisch erschafft sie mit diesem Album angenehmen Synthie-Techno-Pop mit Folk-Einfluss, der damit auch prima in die momentane Retro-Vintage-Ästhetik passt.

Oh, I couldn't stop it/Tried to figure it out
But everything kept moving/And the noise got too loud
With everyone around me saying/"You should be so happy now

"Light On" von Maggie Rogers

Die 24-Jährige beschäftigt sich mit den positiven und den negativen Seiten der rapiden Veränderung durch ihren plötzlichen Erfolg und bettet ihre selbstreflektiven Texte in tanzbare bis melancholische Roadtrip-Musik.   

Soziale Medien als Sprachrohr

Über ihren Twitter- und ihren Instagram- Account hält sie mit handgeschriebenen Texten in einem Notizbuch ihre Erinnerungen für ihre Fans fest. Songs werden im Detail erklärt und Entstehungsgeschichten und Intentionen geteilt – in Retrospektive. Auch das macht den Charme der in Easton, Maryland geborenen Sängerin aus. Die Erinnerungen, die sie teilt, sind dabei viel mehr eine Reflexion ihrer Emotionen zum Album, als bloße Geschichten. So schafft Maggie Rogers eine ganz besondere persönliche Verbindung.

Alt aber neu

Im Vergleich zu ihrem Hit aus dem Jahr 2016 sind die anderen, neueren Lieder polierter. Das kann irritieren, aber die Produktion ist schlichtweg besser geworden und da fällt „Alaska“ auf dem Album vielleicht ein wenig raus - aber nicht so sehr, dass es irritiert.

Neue Hits sind auch bei den neuen Liedern definitiv dabei. Drei Singles wurden schon im Vorfeld veröffentlicht und alle machen Lust auf tanzen. Nicht zu guter Letzt auch durch die ansteckend positiven Videos.

Nach Leipzig wird sich Maggie Rogers leider nicht tanzen, aber ihre World Tour führt sie dieses Frühjahr zum Beispiel nach Hamburg, Frankfurt a.M., Köln und Berlin. Wer also die kalten Temperaturen ein wenig vergessen möchte, ohne die Melancholie der Wintermonate ganz zu verdrängen, wird seinen Spaß an „Heard It In A Past Life“ haben - ob live oder zu Hause.

 

 

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Maggie Rogers: Heard It in a Past Life

Tracklist:

01. Give A Little
02. Overnight
03. The Knife
04. Alaska
05. Light On
06. Past Life
07. Say It
08. On + Off
09. Fallingwater
10. Retrograde
11. Burning
12. Back In My Body

Erscheinungsdatum: 18.01.2019
Capitol Records

Tourdates

27. Februar 2019 Köln – Gloria-Theater

28. Februar 2019 Berlin – Kesselhaus in der Kulturbrauerei (mit Mallrat)

2. März 2019 Frankfurt a.M. - Zoom

4. März 2019 Hamburg – Mojo Club