Bundestagswahl

AfD-Direktkandidat Siegbert Droese

mephisto 97.6 stellt die Leipziger Direktkandidaten für die Bundestagswahl vor. Diesmal: Siegbert Droese. Er kandidiert für die AfD im Wahlbezirk Leipzig-Süd. Wir haben mit ihm gesprochen.
Siegbert Droese (AfD) tritt im Wahlkreis II Leipzig an
Siegbert Droese (AfD) tritt im Wahlkreis II Leipzig an.

Im Jackett mit Hemd und einem kleinen AfD-Anstecker empfängt mich Siegbert Droese in der Geschäftsstelle der AfD Leipzig. Sein Büro ist mit einigen Flaggen dekoriert. Zwei davon stechen besonders heraus. Es handelt sich dabei um die Nationalflaggen Frankreichs und des Vereinigten Königreichs. Droese hätte sich darüber gefreut, wenn Marine Le Pen Präsidentin von Frankreich geworden wäre. Außerdem achtet er das Traditionsbewusstsein und die Konservativität der Briten. Doch der gebürtige Leipziger weiß auch seine Heimatstadt zu schätzen. In den Messetagen bemerkte er früher immer eine, für DDR-Verhältnisse starke, Weltoffenheit.

Disziplin durch Leistungssport

Droese kommt aus einem kirchlichen Elternhaus und ist auch heute noch überzeugter Evangele. An seine Jugend in Leipzig erinnert er sich mit etwas Nostalgie gerne zurück, obwohl er zeitlich sehr stark eingebunden war. Grund dafür war seine Teilnahme am Leistungssport der DDR. Droese war bis zu seinem Schulabschluss Leichtathlet im Speerwurf.

Wir haben jeden Tag trainiert und am Wochenende Wettkämpfe, Leistungskontrollen oder Vergleichswettkämpfe gehabt. Ich hatte einen sehr strukturierten Alltag. Man hat gelernt ein bisschen diszipliniert auf Ziele hinzuarbeiten. Ich möchte das heute nicht missen.

Diese Zielstrebigkeit bewegte ihn wohl auch im Juli ´89 über Ungarn aus der DDR zu flüchten. In Hamburg angekommen, arbeitete Droese im Hotel Kempinski und wurde Hotelkaufmann. Ein Beruf, den er noch bis heute in einem familieneigenen Hotel ausübt.

Schwerpunkt Europapolitik

Seit 2013 ist Droese Mitglied bei der AfD. Sein damaliger Beitrittsgrund ist auch heute noch für ihn ein Schwerpunkt. Es war die, seiner Meinung nach, zunehmende Einflussnahme der Europäischen Union auf deutsche Politik, die ihn störte.

Droese distanziert sich von der Asylpolitik und dem rechten Flügel der AfD. Solange sich alle Menschen an die Gesetze Deutschlands hielten, gebe es für ihn keine Probleme. Gegenüber der Europäischen Union findet er aber härtere Worte.

Mein Thema ist eigentlich Europapolitik, weil ich glaube [...], dass wir in Europa schon einmal eine Soviet Union hatten und das hat gereicht.

Für ihn seien viele Regelungen aus Brüssel unwichtig. Außerdem ist Droese der Meinung, dass politische Entscheidungen an den Orten getroffen werden, die sie betreffen. Die Nationen sollten erhalten bleiben und weitestgehend ihre Hoheit über ihre Grenzen und Rechte erhalten.

Droese stellt sich als Deutscher für Europa gegen die EU dar. Er verweist auf seine italienische Verwandtschaft und seine Reiselust, findet aber auch andere Worte. So spricht er über die Probleme der Hausfrauen, scherzt über linkspolitische und hat in seinen Reden nationalistische Tendenzen.

Letztlich beschränkt sich Droese aber nicht nur auf Europapolitik. So kritisiert er zum Beispiel auch die Kirchen.

Kirche und Glaube gehören zwar vermeintlich zusammen, aber an dem Glauben habe ich nie einen Zweifel gehabt. An der Kirche und der Kirchenpolitik schon.

Deshalb ist er auch für eine deutliche Trennung von Staat und Religion. Weswegen er auch die aktuelle Situation in Deutschland begrüßt.

Lokalpolitik

Für seine Heimatstadt Leipzig sind ihm zwei Themen besonders wichtig. Zum einen stellt er sich gegen Extremismus aller Richtungen und wünscht sich ein strikteres Vorgehen dagegen. Zum anderen sollte es für Droese mehr Bürgerentscheide in der Politik geben - ganz wie in der Schweiz. Denn er vertraue den Bürgern. Zu solchen Bürgerentscheiden zähle für ihn zum Beispiel die Wahl des Bundespräsidenten.

Das Porträt des Direktkandidaten gibt es hier zum Nachhören:

Siegbert Droese im Porträt - ein Beitrag von Philip Fiedler.
Siegbert Droese im Porträt - ein Beitrag von Philip Fiedler.
 

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