Filmrezension

Action mit Tiefgang

Bereits 1989 erschien der Manga "Ghost in the Shell" in Japan. Die Verfilmung gehört zu den Werken, die Anime nach Europa trugen. Nun, 22 Jahre später, erscheint eine Neuauflage als Realverfilmung mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle.
Protagonistin Ghost in the Shell
Major Motoko Kusanagi in der Produktion

Infrarotsicht, kommunizieren via Funk im Gehirn oder eine künstliche Leber. Das sind nur einige der Errungenschaften im Jahr 2066. Die Gesellschaft hat riesige technologische Fortschritte gemacht. Doch zu welchem Preis? Die Menschen sind stark von der Technik abhängig geworden. Sogar ihre Gehirne sind anfällig für Hacker. Wie viel von einem Selbst ist noch Mensch, wenn fast der ganze Körper aus Maschineteilen besteht?

Philosophischer Zukunftskrimi

Bei einem terroristischen Angriff wurde der Körper der Protagonistin Motoko Kusanagi fast gänzlich zerstört. Die führende Robotikfirma Hankarobotics nimmt sich ihrer daraufhin an. Sie setzen Kusanagis Gehirn in einen völlig mechanischen Körper ein. Der Eingriff ist erfolgreich. Daraufhin wird sie in eine staatliche Abteilung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität eingeteilt. Ein Jahr später sehen wir Kusanagi, nun besser bekannt als Major, bei einem Einsatz. Ihr künstlicher Körper hat sie zu einer tödlichen Waffe gemacht. Während ihrer Mission stirbt jedoch eine Person aus der Führungsebene von Hankarobotics. Der Täter nutzt Roboter und hackt sich in die Köpfe seiner Opfer ein. Sein Ziel scheint es zu sein, die Beteiligten eines Projektes von Hankarobotics ausfindig zu machen und zu töten. Bei ihren Ermittlungen läuft Major geradewegs in eine Falle.

Protagonistin Ghost in the Shell
Major über den Dächern der Stadt

Düsteres Setting mit Denkanstoß

Der Film braucht eine ganze Weile, um an Fahrt aufzunehmen. Ab der Hälfte nimmt nicht nur die Handlung eine Wendung. Auch der Tonfall des Films wird deutlich düsterer. Speziell ab dem Punkt behandelt der Film komplexe philosophische Themen. Diese werden äußerst anschaulich dargestellt und regen den Zuschauer zum Nachdenken an. So wird Major stets mit der Frage konfrontiert, was sie menschlich macht.

Augenschmaus für Sciencefictionfans

Ab den ersten Minuten entwickelt der Film einen hypnotischen Sog. Die dystopische Welt zieht einen sofort in ihren Bann. Dies ist nicht zuletzt der fantastischen Optik der futuristischen Metropole zu verdanken. Von den steril wirkenden Hightech-Innenräumen der Hochhäuser, über die von Neonreklamen beleuchteten Straßen bis hin zu den dreckigen verwahrlosten Armenvierteln. Trotz der vielen computeranimierten Hintergründe wird man nie aus dem Film herausgerissen.

Protagonistin Ghost in the Shell
Major Kusanagi in ihrer Wohnung

Verschenktes Potential

Die Musik untermalt die Szenen stimmig. Sie ist aber teilweise so belanglos, dass sie nicht im Kopf hängen bleibt. Da wäre es schön gewesen, wenn man einige der ikonischen Musikstücke aus dem Original verwendet hätte.

Fazit

Ghost in the Shell ist eine würdevolle Neuadaption der komplexen Originale. Für Fans der Vorlagen lohnt sich der Kinobesuch also allemal. Für alle Anderen erzählt der Film eine spannende Geschichte mit beeindruckender Optik und solider Action. Für einen Science-Fiction Blockbuster ist Ghost in the Shell eine verblüffend tiefgründige Abwechslung.

Ghost in The Shell

mephisto 97.6 Redakteur Philip Fiedler mit der Kritik zum Film Gost in the Shell:

Philip Fiedler berichtet über seinen Kinobesuch in "Ghost in the Shell"
3003 Ghost in the Shell Filmrezension
 

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Titel: Ghost in the Shell

FSK 16

Laufzeit: 107 Minuten

Regie: Rupert Sanders

Cast: Scarlett Johansson, Pilou Asbæk, Takeshi Kitano, Juliette Binouche, Michael Pitt