Streik

Absoluter Stillstand

Die Streikwelle hat jetzt auch Leipzig erreicht - heute haben die GEW und ver.di auch in Leipzig zum Warnstreik aufgerufen. Bestreikt wurden unter anderem die Verwaltung und Kitas, Horte und die LVB.
Streik von ver.di und GEW am Richard-Wagner-Platz

Ab 03:00 Uhr hieß es heute bei den Leipziger Verkehrsbetrieben: Alle Räder stehen still, weder Busse noch Bahnen fuhren bis 14:00 Uhr. Viele Bahnreisende waren daher gezwungen, auf Auto oder Fahrrad umzusteigen. Über 1000 Streikende trafen sich heute früh ab 09:30 am Wilhelm-Leuschner-Platz und zogen dann lautstark zum Richard-Wagner-Platz. Unterstützung von der Bühne gab es dort dann auch von dem ver.di Vorsitzenden Franz Bsirske.

Ich finde das nur zu verständlich, dass dann zehntausende von Beschäftigten sagen hier, dann müssen wir offensichtlich mal reagieren und Flagge zeigen. Das deutlich wird, wir haben verstanden, es geht um uns, es geht um unsere Lebensbedingungen und Entlohnungsbedingungen. Und da wollen wir mal Flagge zeigen und das haben die gemacht. Und das ist doch gut so.

Franz Bsirske, ver.di-Vorsitzender

Mit den Kindern zu Hause

Auch die Kitas und Horte wurden heute bestreikt. Insgesamt 24 Einrichtungen blieben heute den ganzen Tag über geschlossen. Viele weitere konnten wegen dem stark reduziertem Personal nur eingeschränkt öffnen. Erst Mitte März waren Kitas und Horte wegen Streik geschlossen geblieben. Bsirske von Ver.di fordert, dass die Berufsgruppe eine Aufwertung erfährt. Denn dort wird wichtige Arbeit vollbracht.

Dafür braucht es gute Leute und diese Leute, können dann zurecht gutes Geld erwarten. Da sind wir heute noch nicht. Wir brauchen eine Aufwertung dieser Berufsfelder. Das gilt für die Krankenpflege, genauso wie für die Altenpflege und die Erziehungsdienste in den Kitas.

Franz Bsirske, ver.di-Vorsitzender

Auch aus dem Leipziger Umland kamen Erzieher, um für ein besseres Gehalt zu kämpfen. Für viele ging es aber gar nicht um mehr Geld, sondern um bessere Bedingungen am Arbeitsplatz. Der Streik in den Kitas bedeutete für viele Eltern allerdings auch Schwierigkeiten. Eine Erzieherin aus einem Leipziger Integrationskindergarten denkt aber, dass Eltern für die Streiks durchaus Verständnis aufbringen.

Streikgrundlage

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen mit Bund und Ländern in Potsdam.  Die Tarifverhandlungen zwischen Bund und Komunen gehen am Sonntag in Potsdam in die nächste Runde. Die Gewerkschaften fordern 6% mehr Lohn und für Geringverdiener eine Lohnerhöhung von mindestens 200€ pro Monat. Mit der heutigen Kundgebung sollte den Forderungen Nachdruck verliehen werden. ver.di-Chef Bsirske ist optimistisch, dass die Verhandlungen am Sonntag nicht ergebnislos bleiben. Dementsprechend rechnet er erstmal nicht mit neuen Streiks.

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Ein Beitrag von Redakteur Hannes Berger
 
 

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Anneke Elsner
13.04.2018 - 19:25