Forstwirtschaft

800 Millionen Euro für deutsche Wälder

Dürre und Waldbrände haben den Wäldern in Deutschland stark zugesetzt. Um den Wald als CO2-Speicher nicht zu verlieren, hat die Union einem "Masterplan für Deutschlands Wälder" entwickelt. Die Forderungen sind notwendig, kommen aber sehr spät.
Abholzungen im Wald
Durch Dürre und Borkenkäfer muss mehr abgeholz werden, als verkauft werden kann

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800 Millionen Euro für deutsche Wälder - ein Beitrag von Maureen Welter
Wald

Mit heftigen Stürmen im Herbst 2017 ging es los. Dann kam der enorme Dürresommer 2018 und auch dieses Jahr ist der Sommer von Rekordhitze und Trockenheit geprägt. Der Klimawandel betrifft auch die deutschen Wälder und brachte flächenhaften Baumverlust. Neben dem Borkenkäfer gibt es auch immer größere Waldbrände. Hinzu kommt, dass durch Stürme viel Schadholz entsteht. Der Markt erlebt ein Überangebot an Holz und die Preise sinken unter die Kosten, die es baucht, um einen Wald gesund zu halten.

Dem versucht der "Masterplan für Deutschlands Wälder" entgegenzuwirken. In Moritzburg trafen sich Forstminister und -ministerinnen der Union aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und auch Sachsen, um Forderungen an den Bund zu formulieren. In der "Moritzburger Erklärung" verlangen sie 800 Millionen Euro, verteilt auf vier Jahre, die an die Länder für die Wälder ausgegeben werden sollen.

 

Allgemein soll die Aufforstung damit stärker unterstützt werden, vom Borkenkäfer befallene Bäume sollen schneller entfernt werden, damit sie andere Bäume nicht anstecken können. Auch sollen dadurch mehr Hubschrauber bereitgestellt werden, die bei einem Waldbrand schneller das Feuer löschen können. Und das Geld soll auch in die Forschung gesteckt werden, umheraus zu finden, welche Bäume den Klimawandel besser aushalten können.

Speziell für Sachsen hat sich Ministerpräsident Michael Kretschmer zum Ziel gesetzt, bis 2030 50 Millionen neue Bäume hier zu pflanzen. Dr. Jana Pinka sieht diese Idee aber nicht so einfach umzusetzen:

Was ich schon immer von der Staatsregierung gefordert habe, da können die sich auf Ministerebene treffen wie sie wollen, aber eigentlich müssen wir für Sachsen erstmal unsere Forstbehörden besser ausstatten. Dort haben wir viel zu wenig Personal.

Dr. Jana Pinka, umweltpolitische Sprecherin Die Linke im sächsischen Landtag

Auf Ministerebene kann man nur auf den Sachsenforst zugreifen, daneben gibt es aber noch zum Beispiel den Kommunalwald, der den Kommunen gehört und auch den Privatbesitz an Wäldern.

Die Forderungen kommen sehr spät

Auch wenn die Forderungen sinnvoll und vor allem notwendig sind, kämen diese zu spät. Das meint zumindest Dr. Pinka:

Sie treffen sich sehr, sehr spät. Ich meine man hätte diesen Gipfel eigentlich schon im letzten Jahr stattfinden lassen müssen, weil wenn man seinen eigenen Klimamodellen glaubt in der Staatsregierung, dann weiß man, dass auch im nächsten Jahr sehr wahrscheinlich wieder ein Dürresommer folgen würde. Was letztenendes auch so eingetreten ist.

Dr. Jana Pinka, umweltpolitische Sprecherin Die Linke im sächsischen Landtag

Allerdings hat der Bund bisher auch nicht nichts getan. Im letzten Jahr wurden Fördermittel bereitgestellt, um den Waldeigentümerinnen und -eigentümern zu helfen, die Folgen der Dürre zu bewältigen.

Nach diesem Treffen hat Bundesministerin Julia Klöckner zu einem weiteren Waldgipfel im September eingeladen. Dort soll der Gipfel dann auch auf nationaler Ebene stattfinden.

 

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Maureen Welter
02.08.2019 - 14:17