Gedenktag

75 Jahre danach

Hans und Sophie Scholl setzten sich mit Flugblättern gegen Hitlers Regime ein. Damit erreichten sie eine verhältnismäßig kleine Leserschaft. Dennoch wurden sie verurteilt und nur vier Tage später hingerichtet. Das ist heute genau 75 Jahre her.
Das Weiße-Rose-Mahnmal vor der Ludwig-Maximilians-Universität in München
Das Weiße-Rose-Mahnmal vor der Ludwig-Maximilians-Universität in München

In ihrer Jugend waren Hans in der Hitlerjugend und Sophie im Bund Deutscher Mädel. Erst als Studierende begannen sie, sich offen gegen Hitlers Regime auszusprechen. Sie gehörten zum Kern der „Weißen Rose“, einer Gruppe von Studierenden, die Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leistete.

Ab 1942 verbreitete die „Weiße Rose“ Flugblätter, insgesamt sechs verschiedene Ausgaben. Die ersten vier verteilten die Münchner Studierenden an Bezugspersonen und Studienkollegschaft oder verschickten sie per Post an Professorenschaft oder Buchverkäuferschaft. Mit dem fünften Pamphlet sollte auch die breite Masse angesprochen werden. Das wurde den Geschwistern zum Verhängnis. Denn bei der Verteilung ihres sechsten Flugblatts, in dem sie unter anderem die persönliche Freiheit der Deutschen zurückforderten, wurden sie vom Hausmeister der Universität erwischt. Der Hausmeister denunzierte sie, die Gestapo übernahm den Fall. Hans und Sophie sowie ihr Mitstreiter Christian Probst wurden angeklagt und wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt. Nur vier Tage später wurden alle drei geköpft. Im Laufe des Jahres 1943 wurden auch die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ verurteilt.

Deutschlandweite Gedenkfeiern

Die „Weiße Rose“ orientierte sich an christlichen Werten. Sophie und Hans Scholl waren evangelisch, es gab jedoch auch katholische und orthodoxe Mitglieder. Zum 75. Todestag der Geschwister Scholl finden zahlreiche Gedenkgottesdienste statt. Die katholische Kirche feiert in diesem Jahr das Weiße-Rose-Gedenkjahr.

Heute erinnert ein Mahnmal am Boden des Geschwister-Scholl-Platzes vor der LMU in München an das Schicksal der Geschwister und den studentischen Widerstand. Es zeigt die Flugblätter der Weißen Rose. In Deutschland sind fast 600 Plätze und Straßen nach dem Geschwisterpaar benannt.

Mehr Informationen im Beitrag aus der Sendung:

Ein Beitrag von Redakteurin Rebecca Kelber
2202 Geschwister Scholl SG EST
 

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