Evangelischer Kirchentag

500 Jahre Bruch mit Rom

1517 sorgte Martin Luther mit seinen 95 Thesen für Aufsehen. Darin wendete er sich gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche, was dann zum Bruch mit dieser führte. Auch Leipzig feiert dieses Jubiläum und die 36. Evangelischen Kirchentage.
Vorstellung des Leipziger Programms zum 500. Jubiläum der Reformation.
V.r.n.l.: Dietrich Bauer, Margot Käßmann, Burkhard Jung und Martin Henker stellen das Leipziger Programm vor.

Der Katholikentag ist vorbei und schon stehen die Protestanten mit einem besonderen Jubiläum vor der Tür. 2017 feiern sie 500 Jahre Reformation, d.h. 500 Jahre Thesenanschlag. Und auch Leipzig beteiligt sich bei diesem Großereignis. Einerseits finanziell, mit ca. einer Millionen Euro. Und andererseits mit einem großen Programm. Unter dem Motto "Kirchentag auf dem Weg" will die Stadt mit verschiedenen Veranstaltungen zu Reformation und dem Reformator Luther Besucher anlocken.

Leipzig und der Kirchentag

Eigentlich findet der 36. Evangelische Kirchentag in Berlin statt. Doch weil es sich im kommenden Jahr um ein besonderes Jubiläum handelt, gibt es gleichzeitig den "Kirchentag auf dem Weg". Dieser findet neben Leipzig auch an fünf anderen Orten Mitteldeutschlands statt. Am letzten Tag finden sich dann alle Teilnehmer in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) zu einem abschließenden gemeinsamen Gottesdienst zusammen. Schon zweimal fand der Kirchentag in Leipzig statt. Zuletzt versammelten sich Besucher des Evangelischen Kirchentages 1997 in der Messestadt. Theologin Margot Käßmann, organisierte den Kirchentag damals:

Wir haben in Deutschland und Europa eine Freiheit zu verteidigen. Und Leipzig steht für solch' eine Freiheit.

Margot Käßman zu Leipzigs besonderer Bedeutung.

Geld für die Kirche

Dass die Stadt diese Art von Veranstaltung finanziell unterstützt, stößt aber auch auf Gegenstimmen. Erst vor Kurzem äußerte sich Ute Elisabeth Gabelmann, Stadträtin der SPD, gegenüber der Leipziger Volkszeitung kritisch dazu. Leipzig sicherte der Veranstaltung schon vor einigen Monaten ca. eine Millionen Euro zu. Die gleiche Summe mit der auch der 100. Katholikentag unterstützt wurde. Ute Elisabeth Gabelmann kritisiere vor allem, "dass es keine Richtlinien für die Kulturförderung durch den Stadtrat gebe". Somit sei unklar wie entschieden wird, ob und in welchem Maße eine Veranstaltung mit Geldern der Stadt unterstützt wird. Oberbürgermeister Burkhard Jung betonte, die hohen Besucherzahlen werden mit Sicherheit die Wirtschaft vor Ort befördern. Doch die Stadt verspreche sich noch einiges mehr aus der Unterstützung des evangelischen Kirchentages.

Die Erfahrung von '97 hat es sehr leicht gemacht, dafür zu werben hier Geld einzusetzen. Der Wert der gesellschaftlichen Reflexion steht bei dieser Veranstaltung über dem volkswirtschaftlichen Nutzen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung erinnert an den letzten Kirchentag in Leipzig.

Das Motto des Leipziger Kirchentags 2017 lautet "Leipziger Stadtklang. Mensch, Disput, Leben." Im Mittelpunkt stehen dabei Reformation und Reformator. Zur Feier des Reformationsjubiläums wird es in Leipzig Musikveranstaltungen und Straßenmusik geben und Diskussionen sollen geführt werden. Erwartet werden in Leipzig ca. 50.000 Besucher.

mephisto 97.6 Redakteur Paul Michaelides war der Pressekonferenz des Evangelischen Kirchentages und fasst zusammen: 

mephisto 97.6 Redakteur Paul Michaelides über den geplanten Evangelischen Kirchentag
 
 

Kommentieren