Medienpädagogik

Medien selbstgemacht

Smartphone, Computer, Fernseher – Medien sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Auch immer mehr Kinder nutzen technische Geräte. Wie sie damit umgehen sollten und wie sie selbst Medien gestalten können, möchte das Projekt Visionale vermitteln.
Mikro
Wie man eine Radiosendung selber macht, können Kinder und Jugendliche in Workshops lernen.

Das pädagogische Projekt Visionale Leipzig hat es sich zum Ziel gesetzt, Medien für junge Menschen verständlich zu machen und ihnen technische Kenntnisse zu vermitteln. Die Mitarbeiter bezeichnen sich als "integrativer Motor der medienpädagogischen Arbeit". Nicht nur der richtige Umgang mit Medien soll vermittelt werden, sondern auch das Wissen wie man diese selbst gestalten kann.

Radio, Video, Fotographie, Multimedia

Seit 1990 findet in Sachsen im Rahmen des Projekts Visionale jährlich ein Kinder- und Jugendmedienwettbewerb statt. Medienbegeisterte junge Menschen können dabei ihre Arbeiten in den Kategorien Radio und Video, aber auch Fotografie und Multimedia-Interaktiv einreichen. Die besten Beiträge werden dann von einer Jury ausgewählt und beim Medienfestival im November prämiert und präsentiert.

Außerdem veranstaltet die Visionale ein Jahresprogramm: In Medienworkshops können Kinder und Jugendlichedas ganze Jahr über von Medienprofis lernen, wie man Videos dreht, Radiobeiträge produziert und Computerspiele selbst gestaltet. Auch in den Sommerferien, die für Sachsens Schüler am Montag begonnen haben, gibt es Angebote. Eines davon ist die Projektwoche Media Junior Campus. 

Ausprobieren, kennenlernen und entdecken 

Eine Frau und ein Mädchen vor einer Wand.

Beim Media Junior Campus, der jedes Jahr in der ersten Sommerferienwoche stattfindet, können sich Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren in Medien ausprobieren, sie kennen- und verstehen lernen. Katja Röckel, Betreuerin des Mediajuniorcampus, hält es für sehr wichtig, dass Kinder Medien nicht nur nutzen, sondern auch Inahlte selbst produzieren:

"Einfach um hinter die Kulissen blicken zu können, das System Medien zu verstehen. Natürlich auch einfach um sich kreativ auszuleben und auch, um eigene Interessen nach außen zu tragen, also um eine eigene Stimme zu haben. Nicht nur jetzt im Radiobereich, auch Film, Misch und so weiter."

"Man muss im Dialog bleiben"

Die 13-jährige Tina Heinzelmann, Teilnehmer bei Media Junior Campus, findet es sehr spannend und interessant Medien selber zu gestalten. Sie hat auch schon etwas Vorerfahrung: In einem anderen Projekt bei Katja Röckel produzierte sie eine eigene Radiosendung. 

Und damit ist sie nicht alleine: Im Bereich der Medienkompetenz, gerade bei der eigenen Gestaltung von Medien, haben Kinder schon relativ viel Ahnung, meint Röckel: Sie bearbeiten zum Beispiel Bilder mit Smartphone-Apps und nehmen Filme auf. Als Pädagogen und Eltern müsse man dennoch ein Auge auf die Kinder haben. Probleme sieht sie vor allem im Cyber-Mobbing und Sexting, aber auch bei Urheberrechtsangelegenheiten. "Es ist halt was, wo man im Dialog bleiben muss."

Eine digitale Schnitzeljagd

In der Projektwoche Media Junior Campus wurde eine Geosurftour erarbeitet. Sie funktioniert wie eine digitale Schnitzeljagd: Man lädt sich auf seinem Smartphone oder Tablet die App runter und bekommt dann an verschiedenen Orten in der Stadt Fragen gestellt. Beantwortet man sie richtig, erhält man einen Hinweis, wo man als nächstes hin muss.

Morgen Mittag gibt erstmal eine Präsentationstour für die Eltern der Teilnehmer. Ab 13 Uhr ist die App dann für alle, die Leipzig spielerisch erkunden wollen, verfügbar. 

Moderator Mike Herbstreuth spricht mit Katja Röckel und Tina Heinzelmann über den Media Junior Campus
 
 

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Weitere Informationen zur Visionale Leipzig, dem Media Junior Campus und der Geosurftour finden Sie hier.