Biodiversität

Wo die Welt noch in Ordnung ist

Auf der Erde leben neben Menschen auch unzählige Tier- und Pflanzenarten. In Leipzig ist das nicht anders. Aber warum ist biologische Vielfalt überhaupt so wichtig? Und wie funktioniert eine Stadt als Lebensraum für verschiedene Arten?
Ein blau-orange gefiederter Vogel sitzt auf einem Ast.
Der Eisvogel ist eine streng geschützte Art

Auf der Erde leben etwa 1,3 Millionen Arten. Diese biologische Vielfalt zu erfassen und darzustellen, ist Aufgabe der Biodiversitätsforschung. In Datenbanken hält sie die Eigenschaften der Arten fest und verzeichnet, wo und wie viele Individuen einer Art auf der Welt vorkommen. Unter Biodiversität wird dabei nicht nur die Vielfalt innerhalb der Arten (genetische Ebene), sondern auch zwischen den Arten (Artenvielfalt) sowie die Verschiebung der Lebensräume (Ökosysteme) verstanden.

Die biologische Vielfalt der Erde aufrechtzuerhalten liegt auch im Interesse der Politik. Auf der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 verpflichteten sich die Vereinten Nationen und insgesamt 179 Staaten, sich für nachhaltige Entwicklung einzusetzen. In den letzten Jahren sind zu dieser Biodiversitätskonvention noch 13 weitere Staaten hinzugekommen. Auch die EU-Kommission ist beigetreten.

"Der Eisvogel zeigt an, dass hier die Welt noch in Ordnung ist"

In Leipzig leben etwa 527.000 Einwohner. Aber nicht nur Menschen, sondern auch seltene Tierarten wie den Eisvogel zieht es in die Stadt. Biodiversität ist von großer Bedeutung. Dr. Leonhard Kasek vom Naturschutzbund Leipzig erklärt, dass auch der Eisvogel besonders wichtig ist: Er zeigt an, dass die Gewässer in Leipzig intakt und sauber sind. Die gesamte Natur funktioniere nur, wenn möglichst viele Arten vertreten sind, "weil die dann auch verhindern, dass sich einzelne Arten zu breit machen, dass das aus dem Gleichgewicht gerät", so Kasek. 

Laut Kasek ist die Biodiversität in der Stadt sogar größer als auf dem Land.  Füchse, Waschbären und Hasen sieht man vermehrt auch in der Stadt. Doch das kann auch gefährlich werden: 

2 Männer vor einer Wand.

"Wenn Sie die füttern, was manche Gartenbesitzer zum Beispiel machen, dann können die handzahm werden und dann wird's zur Gefahr, wenn die nämlich dran gewöhnt sind. Sie kommen und es gibt Futter, dann vergessen Sie es, da könnte es sein, dass die sehr nachdrücklich da erinnern, dass sie auch was zu futtern haben wollen und das kann sein, dass die da angreifen und beißen."

Also gilt weiterhin: Die Tiere bitte nicht füttern. 

Moderator Raimund Groß spricht mit Leonhard Kasek vom Naturschutzbund über Biodiversität.
 
 

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Pauline Bombeck
17.07.2014 - 13:17
  Wissen

Der Großstadtdschungel – Stadt als Lebensraum

Heute Abend um 18:00 Uhr hält Dr. Leonhard Kasek vom Naturschutzbund im Haus der Demokratie Leipzig einen Vortrag zum Thema "Wie funktioniert eine Stadt als Lebensraum und warum ist die Biodiversität in der Stadt wesentlich höher als im Umland?"