Anti-Diät-Tag

Sich dem Essen unterwerfen?

Kurz vor dem Sommer strotzen Frauenzeitschriften nur so vor Ernährungstipps für die Bikinifigur. Um auf die Gefahren solcher Diäten aufmerksam zu machen, rief die Feministin Mary Evans Young heute vor 22 Jahren den Anti-Diät-Tag ins Leben.
Ein Becher fettarmer Joghurt
Der Diätmarkt boomt - doch sollte man sich seinem Essen unterwerfen?

Low-Carb- oder Kohlsuppendiät, Trenn- und Rohkost – der Diätmarkt boomt gerade jetzt, wo der Sommer vor der Tür steht. Doch dass solche Ernährungsweisen auch Gefahren und Risiken bergen, ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Um genau darauf aufmerksam zu machen, rief die britische Feministin Mary Evans Young im Jahr 1992 einen internationalen Aktionstag gegen Diäten in Leben. Sie selbst litt lange unter Magersucht, besiegte die Krankheit jedoch. Der Anti-Diät-Tag soll unter anderem dazu anregen, Schönheitsideale kritisch zu hinterfragen und natürlichen Größen- und Gewichtsunterschieden zu würdigen.

Teufelskreislauf

Conny Rabe, Ernährungswissenschfatlerin und -therapeutin, versteht unter Diäten, dass Menschen sich einer Art zu essen unterwerfen. Schlankheitskuren können unterschiedlichste Nebenwirkungen verursachen, sowohl auf emotionaler als auch auf körperlicher Ebene: Sie verursachen beim Menschen chronischen Stress, welcher zu Fressanfällen führen kann. Danach fühlt man sich meist noch schlechter und der psychische Druck, die Kontrolle wieder herstellen zu müssen, wächst. So entwickelt sich ein Kreislauf, aus dem man nur schwer wieder herauskommt.

Die Gespräche, die Conny Rabe mit solchen Diätgeschädigten führt, zielen darauf ab, in langsamen Schritten von der Diätmentalität wegzukommen und sich wieder zu trauen, zu essen. Rabe würde übrigens keine Diät empfehlen. Schließlich sei Essen ein natürliches Grundbedürfnis.  

Sind Diäten gesund? - ein Beitrag von Paula Kautz
 
 

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Pauline Bombeck
06.05.2014 - 14:21