Nerd Nite

Kampf mit Worten

Im Beyerhaus haben sich am Donnerstag wieder die Nerds versammelt. In einer Alma-Mater-Support-Spezial Ausgabe gaben dieses Mal Vertreter der bedrohten Studiengänge der Uni Leipzig ihre Themen zum Besten.
Ein Mann spricht zu einer Gruppe von Menschen
Tobias Ossyra eröffnet die Nerd Nite

Der große Saal im Beyerhaus ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die meisten Besucher haben sich schon mit Bier und Knabberkram versorgt und warten bei Musik und lebhaften Gesprächen auf den Beginn der Nerd Nite - dieses Mal in einer besonderen Ausgabe: Im Alma-Mater-Support-Spezial geht es um Kürzen und Sparen. Studierende der Fächer Archäologie, Theaterwissenschaft und Pharmazie werden dem Publikum heute einen Einblick in ihr Fach geben.

Zeigen, was man kann

Auch wenn es der Grund dieser Sonderausgabe der Nerd Nite ist, die Politik überlassen die Initiatoren und Referenten den Fachschaften. Heute stehen Inhalte im Vordergrund: Masterstudent der Archäologie, Christian Grube, stellt einen Fund vor, der vor 25 Jahren ein Umdenken in der Forschung brachte. Man fand damals bis zu 15 Meter tiefe Brunnen, die zeigen, dass schon die erste sesshafte ackerbauliche Kultur in Mitteleuropa nach Grundwasser gruben und nicht zwingend - wie zuvor angenommen - auf Oberflächengewässer, also Flüsse oder Seen, zurückgriffen.

Bei Pharmaziestudentin Friederike Zühl ging es zwar nicht um "Patient_innen", mit Gender-Medizin setzte sie sich in ihrem Vortrag aber trotzdem auseinander und zeigte, dass Frauen und Männer sich eben voneinander unterscheiden, auch medizinisch. Sie verarbeiten Schmerz unterschiedlich und auch Krankheiten - z.B. am Herzen - haben häufig voneinander unterschiedliche Ursachen.

Stefanie Mehlhorn, Bachelorstudentin der Theaterwissenschaft, stellte in ihren Vortrag das Theatralitätsmodell von Rudolf Münz vor, einem Leipziger Theaterwissenschaftler. Damit wollte sie auch zeigen, was die Leipziger Theaterwissenschaft hervorbringen kann und wurde so, wenn auch nur beiläufig trotzdem politisch.

Klare politische Meinung

Auch wenn die Referenten in ihren Vorträgen auf die großen politischen Statements verzichteten, eine klare Meinung zu dem Thema haben sie alle. Stefanie Mehlhorn findet die Existenz der Theaterwissenschaft angesichts der großen Freien Szene in Leipzig essenziell. Friederieke Zühl sieht große Probleme auf die Apothekerdichte in Sachsen zukommen, sollte der Studiengang in Leipzig geschlossen werden und damit in ganz Sachsen nicht mehr ausgebildet werden. Christan Grube schließlich warnt: Wer von seiner Vergangenheit nichts weiß, wird Probleme in der Zukunft haben.

In der Zukunft nun wird es also viele weitere politische Aktionen geben. Die Nerd Nite beanspruchte das für sich nicht und stellte die Inhalte in den Vordergrund. Doch auch dadurch kann die politische Diskussion angeregt und den bedrohten Instituten ein Gesicht gegeben werden.

 

Kollegengespräch: Moderatorin Constanze Müller im Gespräch mit Redakteurin Paula Drope über die Nerd Nite
Nerd Nite SG Paula Drope und Constanze Müller

 

 

 

Kommentieren

Paula Drope
11.04.2014 - 15:25
  Wissen

Termin

Die nächste Nerd Nite findet - ganz ohne Spezial - am 5. Juni 2014 statt. Dann sogar wieder Open Air, im Freisitz des Beyerhauses.