Schimpansen in Liberia

Schutzwürdig

Wenn es Liberia in die Nachrichten schafft, dann meist unter dem Stichwort Bürgerkrieg oder Armut. Hierzulande weitaus unbekannter ist, dass Liberia einige der letzten bedrohten Wildtierarten Westafrikas beheimatet. Leipziger Forscher waren vor Ort.
Zwei Frauen sitzen im Aufnahmestudio
Jessica Junker mit Moderatorin Constanze Müller

In Liberia leben noch rund 7000 Schimpansen. Das fand ein internationales Forscherteam bei einer Feldstudie heraus. Daran beteiligt waren auch Leipziger Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie. Doch was wie eine leichte Zählübung erscheint, war alles andere als simpel. Weil Schimpansen so schüchtern sind, haben die Forscher während der Erhebung keinen einzigen Schimpansen gesehen. Stattdessen zählten sie die Schlafnester der Tiere.

Wichtig ist an den Ergebnissen jedoch nicht nur die Zahl der Affen, sondern auch ihr Lebensraum, sagt Jessica Junker, die die Datenerhebung vor Ort koordinierte. Weil die liberianische Regierung versucht, mit dem Verkauf von Rohstoffen das Wirtschaftswachstum des Landes anzukurbeln, will sie zunächst herausfinden, welche Gebiete sie wegen der Tiere zu Schutzzonen erklären muss. Derzeit leben nämlich nur 6 Prozent der Schimpansen in geschützten Gebieten, angestrebt sind 30 Prozent.

Herausragend war für die Forscher insbesondere, dass es sich bei der Schimpansenpopulation in Liberia wahrscheinlich um eine der überlebensfähigsten Westafrikas handelt, weil die Tiere über das ganze Land hinweg verbreitet ist. Das verleihe ihrem Schutz in der Region hohe Priorität.

 

Moderatorin Constanze Müller im Gespräch mit Jessica Junker
Schimpansen
 

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Laura Kneer
11.04.2014 - 10:43
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