Konzertbericht: Guano Apes

20 Jahre Rock ‘n' Roll

Mit ihrem Debütalbum „Proud like a God“ stiegen die Guano Apes 1997 zu einer der wichtigsten Rockbands Deutschlands auf. Zum 20-jährigen Jubiläum sind sie mit einer Neuauflage des Albums und einer Tour zurück. Sie haben auch im Haus Auensee gespielt.
Guano Apes im Haus Auensee
Guano Apes im Haus Auensee

Wie damals im Proberaum

Backsteinwände, politische Statements und ein großer Ledersessel. Das ist das Bühnenbild mit denen die Guano Apes die Fans im Haus Auensee begrüßen. Es sei fast wie im Proberaum, damals vor 20 Jahren, erklärt Sängerin Sandra Nasic gleich zu Beginn. So haben die Apes angefangen und zu den Wurzeln wollen sie das Publikum nun mitnehmen. Die Songs haben dafür auf dem aktuellen Album „Proud like a God XX“ ein neues Gewand bekommen. Elektronische Einflüsse und leicht veränderte Melodien. Live gespielt klingt dies für manch eingefleischten Fan erst einmal gewöhnungsbedürftig, war man doch 20 Jahre andere Versionen gewöhnt. Und auch Frontfrau Sandra Nasic schien an manchen Stellen mit dem Liedtext nicht ganz klar zukommen. Das Publikum stört sich daran jedoch wenig. Zu den Hits „Lords of the Boards“ oder „Big in Japan“ wird kräftig mitgesprungen und zum Ende hin gibt es im Moshpit kein Halten mehr.

Treue Fans

Bevor die Apes aber die Bühne stürmten, haben Alex Mofa Gang als Vorband ihren Auftritt. Angesagt werden sie von Apes-Drummer Dennis, der sich auch gleich als großer Fan outet und den Jungs für den Support während der Tour mit einem Küsschen bedankt. Die Band aus Berlin heizt der Menge mit Deutschrock ein, der an eine Mischung aus Kraftklub und Sportfreunde Stiller erinnert. Das Publikum des Abends ist bunt durchmischt, viele der Fans hätten auch schon bei der „Proud like a God“ Tour 1997 dabei gewesen sein können. Dementsprechend textsicher erscheint die Menge bei den Klassikern der Band. Die neuen Stücke allen vorran die neue Single „Loose yourself“ – ein Eminem-Cover – scheint aber noch nicht bis zu Allen durchgesickert zu sein. Und auch auf die Frage wer denn schon die neue Platte gekauft habe, recken sich im Saal nur etwa die Hälfte der Hände in die Höhe. Dabei betonen die Apes immer wieder, wie wichtig ihnen die drei gecoverten Songs doch seien, handelt es sich doch um ihre Lieblingssongs. Deshalb wird dann kurze Zeit später auch noch „Precious“ von Depeche Mode angestimmt. Musikalisch gibt die Band wirklich alles. Nach den ersten Songs werden die Backsteinwände zur Seite geklappt und die Bühne vergrößert sich. Immerhin hat das Debütalbum sie auf die größten Festivals der Welt befördert. Sandra Nasic besticht durch ihre tiefe kräftige Stimme und die Band legt einen souveränen Auftritt hin. Jahrelange Übung haben sie ja.

 

 

Fazit

„Proud like a God XX“ heißt das neue, alte Album der Guano Apes. Darauf neu aufgelegte Versionen alter Hits wie „Open your eyes“ oder „Rain“ und drei neue Coversongs. Als Paukenschlag zum 20-jährigen Jubiläum hätte man aber durchaus etwas mehr erwarten können. Immerhin hat man sich mit dem Bühnenbild zumindest ein Konzept zur Tour einfallen lassen, dass die sonstig Konzertroutine auflockert. Die neuen Songs werden nicht jedermanns Geschmack sein, aber die Guano Apes haben auch nach jahrelangem Touren das Musikmachen nicht verlernt. Auf die nächsten 20 Jahre!

 

 

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Sarah-Maria Köpf
09.11.2017 - 16:28
  Kultur

Über die Guano Apes

Die Guano Apes gründeten sich 1994 als Göttinger Schülerband und waren Ende der 90er Jahre und Anfang der 2000er Jahren mit Songs wie „Lords of the Boards“, „Open your Eyes“ oder „Big in Japan“ einer der national und international erfolgreichsten Rockbands Deutschlands. Nach einer  mehr als dreijährigen Trennung gelang ihnen 2011 mit „Bel Air“ ein erfolgreiches Comeback.

Setlist

1. Maria
2. We use the pain
3. Rain (Version 2017)
4. Loose yourself
5. You can´t stop me
6. Crossing the Deadline (Version 2017)
7. Open your eyes
8. Suzie (Version 2017)
9. Never born (Version 2017)
10. Quietly
11. Close to the Sun
12. Precious
13. Pretty in scarlett
14. Sunday Lover

Zugabe:

15. Big in Japan
16. Lords of the boards