Krebsforschung

150.000 Euro für eine gesündere Zukunft

Thomas Rühmann, alias "Dr. Heilmann" in der ARD-Serie "In aller Freundschaft", überreichte heute als Stiftungsbotschafter 150.000 Euro Fördermittel an echte Ärzte. Das Ziel: Kinderleben retten. Wie das genau funktionieren soll, erfahren Sie hier.
Feierliche Übergabe der Fördermittel
Feierliche Übergabe der Fördermittel

Viele Dinge schätzt man erst, wenn man sie verloren hat. Gesundheit ist wohl eines der besten Beispiele für diesen Sachverhalt. Besonders tragisch ist es, wenn bereits Kinder um ihr Leben bangen müssen.

Wer heilen will, muss forschen - und Forschung kostet Geld. Deshalb wurden Professorin Regine Kluge, Nuklearmedizinerin am Universitätsklinikum Leipzig, heute Vormittag feierlich 150.000 Euro Fördermittel überreicht. Mit ihrer großzügigen Spende initiiert die Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung ein "Leuchtturmprojekt", das vielen an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kindern helfen soll.

Der Leuchtturm zeigt, wir als Stiftung können das [schaffen]. Wir haben ein Projekt, das weithin sichtbar ist.

An dem sogenannten Hodgkin-Lymphom erkranken in Deutschland nach Angaben des Deutschen Kinderkrebsregisters pro Jahr etwa 80 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren neu. Insgesamt liegt die Zahl der von dieser Krebsart betroffenen Patienten unter 18 Jahren jährlich bei circa 180.

Wie das neue Verfahren funktioniert

Mit der von Professorin Kluge und ihrem Team angewandten Methode, soll zukünftig vielen Kindern und Jugendlichen eine zeitintensive und vor allem spätfolgenreiche Behandlung erspart werden. Zur Realisierung dieses Vorhabens, setzen die Mediziner auf die Anwendung des PET/MRT-Verfahrens. Hinter diesen Hieroglyphen verbirgt sich nichts anderes als die kombinierte Verwendung zweier diagnostischer Verfahren (Positronenemissionstomographie und Magnetresonanztomographie), deren Ergebnisse ausschlaggebend dafür sind, dass bereits 50 Prozent der jungen Patienten, eine Strahlentherapie erspart werden konnte.

Das Dilemma der bisherigen Diagnostik, besonders bei Kindern und Jugendlichen, bestand darin, dass die erforderlichen Vor- und Nachuntersuchungen sehr strahlenintensiv sind. Die Belastung einer einzigen Anwendung entsprach dabei in etwa 700 bis 750 Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs. Mit der PET/MRT-Methode hingegen, wird jegliche Strahlenbelastung vermieden. Außerdem führt das Zusammenspiel aus MRT und PET in einem Gerät dazu, dass die Zahl der Untersuchungen sowie die Untersuchungsdauer verringert werden. Einfach gesagt, handelt es sich bei beiden Verfahren um bildgebende Anwendungen, bei denen dem Patienten jeweils spezielle Substanzen gespritzt werden, die sich im zu betrachtenden Gewebe je nach Diagnose spezifisch verhalten.

Nichts als Vorteile

Wo sonst Chemotherapie und Strahlentherapie Hand in Hand miteinander gingen, reicht ab sofort eine Chemotherapie in den meisten Fällen voll und ganz aus, um den Weg der Genesung zu bestreiten. Die Erwartungen an das Projekt, dessen Ziel es ist, internationale Reichweite zu erlangen, sind hoch. Das Verfahren soll verfeinert, die Standards vereinheitlicht und die PET/MRT-Methode weltweit etabliert werden.

Derzeit existieren auf der ganzen Welt allerdings erst zwölf Geräte. Zwölf Geräte, die es ermöglichen, vielen tausenden krebserkrankten Kindern nicht nur eine Strahlentherapie, sondern auch deren Spätfolgen zu ersparen. Diese sind nicht zu unterschätzen. Wer sich darüber freut, den Krebs besiegt zu haben, muss in den meisten Fällen dennoch mit Lungen- und Herzkreislaufbeschwerden, einer ausbleibenden Brustentwicklung, Unfruchtbarkeit oder sogar einem Zweittumor rechnen. Sorgen, die zukünftig der Vergangenheit angehören sollen. Dafür kämpfen und forschen Professorin Regine Kluge, ihr Team und weitere Forschungseinrichtungen Tag für Tag.

Mephisto97.6-Redakteur Jonas Böhnstedt war live mit dabei, als die lebensstiftende Summe überreicht wurde. Außerdem hat er die Gunst der Stunde genutzt, mehr zum Thema zu erfahren und nachzuhaken. Den vollständigen Beitrag hören Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteur Jonas Böhnstedt im Gespräch mit Moderator Marc Zimmer.
2609 Krebshilfe
 

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Sabine Bunk
26.09.2017 - 20:13