Themensendung: 1919

Nach der Revolution

Dass am 9. November 1918 der letzte deutsche Kaiser abdankte und die Republik ausgerufen wurde, ist weithin bekannt. Wie es danach weiterging und wie Deutschland Anfang des Jahres 1919 aussah, hat sich der Kultstatus näher angeschaut.
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht 1909 in Leipzig

Ein symbolisches Datum ist der 9. November zweifellos. Ein Großteil der politischen Arbeit begann jedoch erst danach. Denn natürlich war es mit der Ausrufung der Republik nicht getan. Deutschland hatte den Übergang von einer Militärdiktatur zu einer Republik vor sich. Wie genau diese Republik aussehen sollte, darüber bestand jedoch Uneinigkeit.

Kriegsgegner und Sozialisten

Zwei der bekanntesten Unterstützenden eines sozialistischen Kurses waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die beiden bildeten den Kopf des Spartakusbundes, waren Mitbegründende der KPD - und wurden vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919 nämlich, von rechten Freikorpstruppen ermordet. 

Den Beitrag über Karl Liebknecht zum Nachören findet ihr hier:

Karl Liebknecht - vorgestellt von Laura Kreuzhage
EST Karl Liebknecht

Den Beitrag über Rosa Luxemburg zum Nachören findet ihr hier:

Rosa Luxemburg - vorgestellt von Judith Schneider
EST Rosa Luxemburg

Eine Spirale der Gewalt

Beide sind zentrale Figuen der Übergangsphase von Diktatur zu Demokratie. Sie stehen symbolisch auch für die zunehmende Brutalität der Zeit. War der Beginn der Revolution um den 09. November noch vergleichsweise friedlich gewesen, entwickelte sich um die Jahreswende 1919 eine Spirale der Gewalt.

Wir haben mit Detlev Brunner vom Historischen Seminar an der Uni Leipzig über die Frühphase der Weimarer Republik und die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gesprochen. 

Den Beitrag zum Nachhören findet ihr hier:

Moritz Fehrle im Gespräch mit Dr. Detlev Brunner
Interview Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Und wie sah die Lage in Leipzig aus?

Auch in Leipzig wurde die Nachricht von der Ermordung der beiden KPD-Führer mit Bestürzung aufgenommen. Schätzungen zufolge kamen dabei etwa 100.000 Menschen auf dem Augustusplatz zusammen. Einer von ihnen war der USPD-Politiker und Journalist Curt Geyer, der später das jüngste Mitglied der Weimarer Nationalversammlung wurde. Er war nicht nur eine zentrale Figur in der Leipziger Politik, sondern hat die Zeit nach der Revolution auch in seiner Autobiographie festgehalten. Durch seine Aufzeichnungen ist er ein wertvoller Zeuge einer turbulenten, aber wenig bekannten Episode der Leipziger Stadtgeschichte.

Den Beitrag zum Nachhören findet ihr hier:

Rebecca Kelber über Leipzig im Jahr 1919
Leipzig 1919

 

 

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