Comicrezension: Flix

Spirou und Fantasio und der Trabi

"Spirou und Fantasio" ist der belgische Comicklassiker mit 80 Jahren Tradition. Als erster Deutscher durfte jetzt der Comiczeichner Flix in die Fußstapfen der belgischen Meister treten, ein Ritterschlag. Sein neues Werk erzählt vom Ende der DDR.
"Spirou in Berlin"
"Spirou in Berlin"
Spuirou, Fantasio, Pips und Lenin
Spuirou, Fantasio, Pips und Leni

In „Spirou in Berlin“ rasen der Page und der Reporter mit dem Trabi durch ein geteiltes Deutschland. Dabei darf das heldenhafte Eichhörnchen Pips natürlich nicht fehlen. Außerdem gibt es Unterstützung durch dressierte Gorillas. Die Unterstützung haben Spirou und Fantasio auch dringend nötig. Denn ihr Freund Graf von Rummelsdorf wurde von der Stasi entführt. Damit der geniale Wissenschaftler dabei hilft eine Maschine zu bauen, die Braunkohle zu Diamanten presst und die DDR damit aus ihrer finanziellen Misere rettet. Das absurde Element in Form dieser überdimensionierten Maschine fehlt also auch nicht. Abseits von dem für Spirou typischen Aberwitz schlägt Flix neuer Comic aber auch ernste Töne an, über den Widerstand und Folter im Stasiknast.   

Gezeichnet ist der Comic mit weichem Strich, welcher sich von den harten Kanten, mit denen frühere Spirouzeichner arbeiteten, unterscheidet. "Spirou in Berlin" fällt somit also gefälliger aus als frühere Werke der Reihe, in denen auch Hässliches zu sehen war. Denn unter Flix Stift sind alle Ecken abgerundet. Was die Reihe "Spirou und Fantasio" im Allgemeinen so unterhaltsam macht, ist der Witz, die Komik, die in den Zeichnungen steckt. Die Charaktere bewegen sich als wären sie aus Gummi und es gibt immer wieder ulkige Episoden zu den liebenswerten Sidekicks. Flix hat es geschafft, diesen für die Reihe typischen Stil umzusetzen.

Spirou in Berlin
Spirou in Berlin

Trotz dem Witz, der aus jeder Seite sprüht, findet "Spirou in Berlin" immer wieder zurück zum Ernst, der in eine Geschichte über das Ende der DDR gehört. Flix erzählt durch viele kleine Situationen von Knappheit, Unfreiheit, Verfolgung und Unterdrückung durch das Regime. Gerade wegen diesem Spagat zwischen Humor und Ernst ist der Comic sowohl für Erwachsene und Kinder geeignet. Dabei zeigt der Comiczeichner nicht nur, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, sondern reflektiert auch das Scheitern des Sozialismus als Ideologie. Dem stellt Flix seinen Helden Spirou gegenüber, der friedlich und aufrichtig für Zusammenhalt einsteht.

 

 

 

 

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