Verkehrsnetz Mitteldeutschland

Kritik an neuer Flixbus-Strecke

Mit dem Flixbus von Leipzig nach Chemnitz: Das geht bereits. Von Chemnitz zurück wird es allerdings schwierig. Deshalb will Flixbus ab Dezember auch die Strecke Chemnitz–Leipzig abdecken. An der Neuerung gibt es allerdings heftige Kritik.
Fernbus der FlixMobility GmbH
Flixbus

Erst am Montag erteilte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr eine Ausnahmegenehmigung für die neue Fernbuslinie. Das heißt, der Flixbus darf nun auch auf der Strecke von Chemnitz nach Leipzig fahren. Das kommt nicht bei allen gut an. Der Mobilitätsanbieter Transdev betreibt die Bahnlinie zwischen den beiden sächsischen Städten und legt nun Widerspruch ein.

Die jetzt bewilligte Ausnahmegenehmigung ist rechtswidrig, denn sie widerspricht dem deutschen Personenbeförderungsgesetz. Sie geht eindeutig zulasten der wichtigen Bahnverbindung zwischen Leipzig und Chemnitz und wird von dieser Fahrgäste abziehen. Das können wir als Betreiber der Strecke nicht akzeptieren.

Dr. Tobias Heinemann, Transdev GmbH

Wieso eigentlich Ausnahmegenehmigung?

Es wird von einer Ausnahmeregelung gesprochen, weil die neue Fernbuslinie auf dieser Strecke eigentlich tabu ist. Das Gesetz besagt, dass Fernbusanbieter nur die Strecken fahren dürfen, auf denen man mit der Regionalbahn länger als eine Stunde fahren würde oder auf denen zwei Haltestellen mehr als 50 Kilometer voneinander entfernt liegen. Das Gesetz soll dem Schutz des öffentlich bezuschussten Personennahverkehrs dienen.  

Für die Strecke von Chemnitz nach Leipzig trifft allerdings beides nicht ein, denn die Bahn fährt genau 59 Minuten. Damit ist sie laut Gesetz eine Minute zu schnell, um auf derselben Strecke einen Fernbus fahren zu lassen. Dr. Tobias Heinemann, Transdev GmbH, meint, sie könnten noch schneller fahren, wenn dies die Infrastruktur der Deutschen Bahn erlauben würde. In der Gegenrichtung von Leipzig nach Chemnitz gibt es keine Probleme, weil die Regionalbahn auf dieser Strecke genau eine Stunde und fünf Minuten fährt.

Auch Alexander Kirchner, der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft EVG sieht die neue Strecke kritisch. Er sieht mit dem Beschluss einen Eingriff in den Wettbewerb. In einem schriftlichen Statement äußerte er sich gegenüber der Leipziger Volkszeitung so:

Die neue Flixbuslinie sei zugunsten des Reiseverkehrs auf der Straße und der Schienenverkehr würde wieder einmal benachteiligt werden.

Alexander Kirchner, Vorsitzender der EVG

Flixbus verteidigt dagegen die neue Linie. Sebastian Meyer, der Pressesprecher der FlixMobility GmbH erklärt:

Die bewilligte Ausnahmeregelung ist absolut legitim, (..) wenn das Fahrgastpotenzial der vorhandenen Verkehrsangebote nur unerheblich beeinträchtigt wird. Das ist in diesem Fall auch so, denn wir haben ja sehr viel weniger Sitzplätze auf dieser Strecke und deshalb ist diese Bedingung auf jeden Fall gegeben.

Sebastian Meyer, Pressesprecher von FlixMobility GmbH

Die neue Flixbusstrecke soll ein Bestandteil der Linie zwischen Dresden und Magdeburg werden. Jetzt muss aber erst einmal der Widerspruch geprüft werden, bevor die neue Linie ihre Fahrgäste von Chemnitz nach Leipzig bringen kann.

Der Beitrag zum Nachhören:

Kritik an neuer Flixbus-Strecke: Ein Beitrag von Virginia Faust
Kritik an neuer Flixbus-Strecke
 

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Virginia Faust
29.11.2018 - 20:12