Konzertbericht

Tourleben, Tiefpunkte und Talent

12. Januar 2019 in Halle. Während man draußen seinen eigenen Atem sehen kann, ist es drinnen im Kaffeeschuppen umso wärmer. Grund dafür: das Konzert der Leipziger Band „Me on Monday“.
Bandfoto
Me On Monday

Nicht viel polarisiert in der Musikszene seit Jahrzehnten so heftig und stetig wie Boybands. Ob die Beastie Boys, East 17, Take That oder moderne Formationen wie One Direction und Brockhampton – Boybands sind aus dem Musikbusiness nicht wegzudenken. Die 5-köpfige Band „Me on Monday“ sind zwar auch ausschließlich männlich besetzt und alle in ihren Zwanzigern, doch einstudierte Tanzchoreografien und Starallüren findet man bei den Leipziger Jungs nicht. Liebevoll sind sie in der Punkszene unter befreundeten Bands dennoch als die „Backstreet Boys“ des Poppunks bekannt – aufgrund ihrer eingängigen Melodien und den verstärkten Popeinflüssen.

Montagsblues? Nicht mit „Me on Monday“.

Die Band „Me on Monday“ gibt es seit 2011. In den vergangen acht Jahren variierten die Mitglieder, immer wieder kamen und gingen Leute. Jetzt ist die Gruppe mit Sänger Marius Henschel, Schlagzeuger Titus Riedel, den Gitarristen Steffen Witte und Max Cramer sowie Bassist Lukas Neumann jedoch seit mehr als einem Jahr in ihrer momentanen Konstellation. Dementsprechend wurde es nach vollzogenem Namenswechsel von „A Shade Higher“ zu jetzt „Me on Monday“ und der im November letzten Jahres veröffentlichten EP „What We Love The Most“ nun also Zeit für die erste richtige Tour. In insgesamt fünf Städte ging es dabei für die Band, von Dresden über Berlin bis hoch in den Norden Deutschlands. Genauer gesagt nach Hamburg sowie ins knapp 13.000 Einwohner-Kaff Brunsbüttel. Und nach Halle natürlich. Ebendiesen Abend wird die Truppe im nach hinein auch noch als Highlight der fünf Auftritte bezeichnen. Vielleicht sogar als ihr bestes Konzert überhaupt. Dabei liefen für „Me on Monday“ nicht alle Abende der Tour von Anfang an so gut. Zum Auftakt in Berlin etwa traf die Band auf einen erst einmal recht wenig motivierten Barinhaber und nur eine Handvoll Zuschauerinnen und Zuschauer. Diese konnte die Band jedoch dennoch begeistern und auch der Inhaber der Kneipe ließ sich nach anfänglichen Zweifeln sogar noch zu einem Kompliment hinreißen.

Bandfoto
Die Leipziger Band "Me On Monday"

Von Friends zu Fans

Halle, das bedeutet für die Jungs fast Heimat. Obwohl der Probenraum der Band sich im nicht weit entfernten Gräfenhainichen (ja, die Stadt nah des Festivalgeländes Ferropolis) befindet, gibt es doch so einige Verbindungen zur Stadt an der Saale. Und das macht sich bemerkbar, denn bei der Stimmung im Kaffeeschuppen wird einem wirklich warm ums Herz. Neben dem typischen, der Band unbekanntem, Publikum sind auch eine Menge Bekannte vor Ort. Bei vielen Liedern wird lauthals mitgesungen – und das nicht nur bei den Covers. Neben ihren eigenen Liedern performen „Me on Monday“ nämlich auch einige Klassiker von Künstlern wie Adele, Mumford and Sons und All Time Low. Dabei besticht die Band vor allem bei ihren eigenen Songs durch die unglaubliche Liveatmosphäre. Man merkt, dass die Jungs um Sänger Marius Henschel wirklich mit enorm viel Spaß und Elan dabei sind. Und genau diese Motivation bringen sie auch rüber, denn bekanntlich ist gute Laune ja oftmals ansteckend und so werden zum Ende des Auftritts zahlreiche „Zugabe“-Rufe hörbar. Das lassen sich die Jungs nicht nehmen und so beenden sie den Abend mit ihrem wahrscheinlich bekanntesten Song „Gold Coast“.

Fazit

„Me on Monday“ sind eine Band noch ganz am Anfang ihrer Karriere. Vom selbst organisierten Tourbus bis hin zum Schlafen auf irgendwelchen Couchs von Bekannten - ihre erste Tour war noch klein und eher familiär. Dennoch bietet die Gruppe definitiv Potenzial größer zu werden und sich noch weiterzuentwickeln. Musikalische Vorbilder der Band wie Blink-182, Boston Manor und Neck Deep lassen von großen Bühnen träumen und fest steht: Poppunk is not dead. Momentan etwa nehmen die Jungs bereits neue Musik auf – es lohnt sich also gespannt zu bleiben.

 

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Nele Rebmann
26.03.2019 - 15:20
  Kultur

Setlist:

  1. Walthers Mom
  2. Ballz
  3. Change
  4. Someone Like You (Adele)
  5. Little Lying Men (Mumford and Sons)
  6. Fear The Beard
  7. What I Want
  8. So Light So Right
  9. Somethings Gotta Give (All Time Low)
  10. ROOT
  11. Make A Trip
  12. Goldcoast

 

Bandmitglieder:

Sänger Marius Henschel
Schlagzeuger Titus Riedel
Gitarrist Steffen Witte
Gitarrist Max Cramer
Bassist Lukas Neumann