Digitalisierung

GroKo verfehlt Digitalisierungspläne

Die sächsische Regierung wollte eigentlich bis Ende 2018 alle Schulen in Sachsen mit schnellem Internetanschluss versorgen. Dieses Ziel scheint aber gescheitert zu sein.
Nur 48% aller sächsischen Schulen haben einen Breitbandanschluss.
Nur 48% aller sächsischen Schulen haben einen Breitbandanschluss.

Laut des sächsischen Kultusministeriums hätten nicht einmal die Hälfte der Schulen in Sachsen einen Breitbandanschluss. Das sorgt bei einigen für Kritik.

Die Kritik

Dieser Zustand sei problematisch, weil die Regierung ursprünglich vom Landtag gefordert hatte, einen sogenannten zukunftsfähigen Anschluss an allen Schulen bis Ende 2018 zu ermöglichen. Zukunftsfähig bedeutet, dass ein Internetanschluss mindestens 50 Megabit die Sekunde in Grundschulen und 100 Megabit an weiterführenden Schulen erreicht. Aber dieses Ziel wird zum Ende 2018 wohl nichts mehr.

Die Verteidigung

Für das Nicht-Erreichen der Ziele werden mehere Erklärungen angegeben. Ein Grund dafür sei eine deutschlandweite Fehlkalkulation, sagte der SPD-Abgeordnete Holger Mann. Dazu nannte er jedoch noch einen weiteren Grund.

Verantwortlich für den Ausbau sind die Kommunen. Und es gab Kommunen, die haben diese Aufgabe angegangen. Zum Beispiel Leipzig hat gerade einen Antrag eingereicht, alle Schulen an Glasfaser anzuschließen bei uns im Förderprogramm. Und es gab Kommunen, die haben sicherlich aus verständlichen Gründen gewartet. Und das rächt sich jetzt teilweise.

Holger Mann, sächsischer Landtagsabgeordneter

Plan B

Jetzt wird geplant, die Anschlüsse bis 2020 oder 2021 fertigzustellen. Dabei sei Geld kein Problem, denn Sachsen sei in der Lage, jedes der eingereichten Projekte ganzheitlich zu fördern. Dafür sei im kommenden Doppelhaushalt genügend Geld eingeplant.

Es gibt ja Bundesförderprogramme vom BMVI, Bundesverkehrsministerium. Da sind Summen eingestellt und die digitale Offensive Sachsen und wir haben jetzt auch im Doppelhaushalt 2019/20 17,3 Millionen Euro Mittel eingeplant für die Digitalisierung der Schulen.

Susann Mehrheim, Pressesprecherin beim säschischen Kultusministerium

Das Konzept

Die Grundlage für die Digitalisierung sei ein Konzept des Kultusministeriums, in dem steht, dass sich die Internetanbindung an den Schulen zwischen 2014 und 2017 kaum verbessert hat. Jetzt sei es wichtig, diese Entwicklung nachzuholen.

Zukünftig wird verstärkt darauf gesetzt, dass man interaktiv Lehrmaterialien einsetzt, dass man sich eben auch kooperativ austauscht, und deswegen ist es wichtig, dass die Schulen im schnellen Netz sind.

Holger Mann, sächsischer Landtagsabgeordneter

Auf dieses schnelle Netz müssen die Schulen allerdings weiterhin warten. Und das wird vor allem von den Schülern und Schülerinnen kritisiert. Der Vorsitzende des Landesschülerrates, Noah Wehn, äußerte gegenüber der dpa, dass die Verbindungen für den Schulunterricht viel zu langsam seien. Der Schülerrat fordert jetzt schnelles Internet bis im Jahr 2020. Dass es bis dahin klappt, sei unwahrscheinlich. Wenn die Kommunen aber rechtzeitig aktiv werden, könnte eine Verbindung bis 2021 gesichert werden, versicherte Holger Mann.

 

Den Beitrag finden Sie hier zum Nachhören:

Ein Beitrag von Nele Schröder
Digitalisierung

 

 

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Daniel Griffioen
17.12.2018 - 17:06