Serie

Game of Thrones-Recap #5: Die Glocken

Es ist die wohl kontroverseste Folge aller Zeiten. In der vorletzten Runde der Erfolgsserie "Game of Thrones" gibt es weitere haarsträubende Charakterwandlungen und die reine Apokalpyse.
Szene aus "Game of Thrones"
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Da waren´s nur noch zwei! Allgemein bekannt ist die Tatsache, dass die vorletzte Episode einer jeden Game of Thrones - Staffel die größte Action und die größten Schocker beinhaltet, so auch in der finalen Staffel. In The Bells (dt. Die Glocken) kommt es zum grausamen Twist, als die Glocken in der Hauptstadt King´s Landing erschellen und die Kapitulation verkünden. Die bisher so siegessichere Cersei Lannister schaut enttäuscht vom Balkon herab und muss sich ihre Niederlage eingestehen. Doch Drachenkönigin Daenerys reicht das nicht. Nachdem sie all ihre Verbündeten verloren hat, brennen bei ihr wortwörtlich die Sicherungen durch und sie nimmt sich (gemäß ihres Haus-Mottos) das, was sie wil mit Feuer und Blut. Daenerys legt die Stadt und den Palast in Schutt und Asche.

Annika Sparenborg, Martin Pfingstl und Janick Nolting lassen die Zerstörung von King´s Landing mit allen Hoch- und Tiefpunkten im Podcast zur Folge Revue passieren. Die ganze Sondersendung zum Nachhören:

Die Apokalyptische Reiterin

Wenn Arya Stark im Ascheregen am Ende der knapp 80 Minuten aus den Trümmern aufersteht und einen weißen Schimmel trifft, auf dem sie ins Ungewisse reitet, beschließen David Benioff und D.B. Weiss ihre vorletzte Folge mit einem kitschigen und irgendwie unverständlichen Bild, dessen metaphorische Bedeutung sich wohl nie ganz erschließen wird. Bis dahin gab es jede Menge Leid, Qual und Chaos zu sehen in zweifellos beeindruckend inszenierten Bildern, die einmal mehr beweisen, warum es noch nie eine vergleichbare Serie im Fernsehformat zu sehen gab. Im Kern ist es sogar spannend zu sehen, wie erneut die Karten gemischt, die Sympathien neu verteilt werden.

Die fleischgewordene Erlöserin Daenerys verwandelt sich plötzlich konsequenterweise in ein Monster, während man mit Bösewichtin Cersei Lannister in ihrem finalen Moment sogar Mitleid empfindet, wenn sie in den Armen ihres Bruders unter den herabstürzenden Trümmern begraben wird. Wie man zu diesen Endpunkten gelangt, ist jedoch erneut zu stümperhaft zusammengeschrieben, die Wendungen geschehen zu abrupt, Charaktere verhalten sich nur noch so, wie das Drehbuch sie gerade braucht. Game of Thrones leidet auf der Zielgeraden mal wieder unter der verkürzten Episodenzahl, trotz Spielfilmlänge der einzelnen Folgen. Der große Knall sitzt immerhin. Bleibt nur noch die Frage, wer in der finalen Folge der neuen Tyrannin das Handwerk legt. Fakt ist, dass die gegenwärtige Erzählweise für immer größere Entrüstung unter der riesigen Fangemeinde sorgt. Wie in der Serie gibt es in diesem Finale nur noch zwei Optionen: Leben oder Sterben. Lieben oder Hassen.

 

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Janick Nolting
15.05.2019 - 23:27
  Kultur

Der "Game of Thrones"-Podcast von mephisto 97.6 mit dem Rückblick auf die aktuelle Folge läuft immer dienstags ab 20 Uhr über DAB+ und im Livestream. Parallel dazu erscheint die jeweilige Sondersendung auf unserem Mixcloud-Kanal zum Nachhören