Serie

Game of Thrones-Recap #3: Lange Nacht

Alles endet hier. In der 70. Folge von "Game of Thrones" erlebt die Fantasy-Saga mit der Schlacht um Winterfell ihren hochspannenden und actiongeladenen Höhepunkt. Doch eine große Überraschung spaltet die Fans.
Szene aus "Game of Thrones"
Heldin der Stunde: Arya Stark

55 Tage Drehzeit bei eisigen Temperaturen, 750 Menschen vor der Kamera, die längste Game of Thrones - Folge der Serie und die längste Schlachtsequenz, die jemals für Kino oder Fernsehen gedreht wurde. Bereits im Vorfeld haben die Macher der Serie nicht davor zurückgeschreckt, höchste Erwartungen bei den Fans für die 70. Episode und damit den groß angekündigten Höhepunkt zu schüren. Ob es jetzt tatsächlich die spektakulärste Schlacht war, die man jemals zu Gesicht bekommen hat und ob Der Herr der Ringe ernsthafte Konkurrenz bekommen hat, darüber lässt sich zweifelsohne streiten. Eher nicht bestreiten kann man hingegen, dass man solche Bilder, solche Massenszenen, solche Effekte und solch emotional mitreißende Action im Rahmen des Fernsehens noch nie gesehen hat. Die Lange Nacht ist angebrochen und hat eine der intensivsten Sequenzen kreiert, die jemals im Fernsehen oder im Kino zu sehen waren.

Im dritten Podcast zur achten Staffel von Game of Thrones sprechen Dennis Blatt, Lukas Raschke, Martin Pfingstl und Janick Nolting über die emotionalsten Momente der Schlacht, die große Technikpanne und das kontroverse Ende. Die ganze Folge zum Nachhören:

Survivalhorror

Als Survivalhorror hatte Regisseur Miguel Sapochnik diese Episode angekündigt. Sapochnik wird bei Game of Thrones immer dann auf den Regiestuhl gesetzt, wenn es um das Große geht. Nach dem Kampf in Hardhome, der Schlacht der Bastarde und dem mitreißenden Finale der sechsten Staffel durfte er nun auch die Schlacht um Winterfell inszenieren und zeigt erneut sein ganzes Können. Das beginnt schon mit der allerersten Szene, eine lange Plansequenz, die durch den Innenhof der Burg führt, wo die blanke Panik ausbricht, angefangen bei den zitternden Händen von Bücherwurm Sam bis zu den Soldaten, die sich vor der Festung formieren.

Die Lange Nacht ist ein Paradebeispiel in punkto Atmosphäre. Viele Minuten nimmt sich die Folge Zeit, ehe das Inferno losbricht. Wie die Armeen ängstlich in die Dunkelheit starren, aus der unheimliche Schreie der Toten erklingen, wie ein gigantischer Schneesturm über die Burg herzieht und allen die Sicht raubt und wie die Zombies schließlich wie eine Flutwelle über die Burg schwappen. Die ruhigen Vorgängerepisoden haben sich ausgezahlt, immerhin ist man jede Sekunde in völliger Anspannung und Sorge um die Charaktere, die der Tod hier jederzeit treffen kann. Letztendlich beschränkt sich das Sterben dann überraschenderweise doch eher auf Nebenfiguren, die alle noch einmal ihre letzte heroische Szene bekommen, darunter Priesterin Melisandre, die aus dem Exil zurückkehrt, um mit ihrem Feuerzauber ein letztes Mal im Krieg mitzumischen, bevor sie in der finalen Einstellung der Folge zu Staub zerfällt. Es sind fantastische Bilder, die in dieser Folge kreiert werden, untermalt von einer erneut grandiosen Filmmusik von Ramin Djawadi, der für die letzten Minuten ein weiteres großes Musikstück für den "Nachtkönig" komponiert hat.

Schluss mit Fantasy

Für Unmut bei vielen Fans sorgt hingegen der große Knall zum Schluss: Dass Arya den Nachtkönig erdolcht und somit den Sieg für die Lebenden entscheidet, wirkt wie das Durchschlagen des Gordischen Knotens: Sämtliche Mystik, sämtliche fantastischen Elemente, über die man sich so viele Jahre die Köpfe zerbrochen hat, werden auf einen Schlag radikal abgeschnitten und das drei Episoden vor Ende der Serie. Miguel Sapochnik hat auch die vorletzte Episode der Serie inszeniert, weshalb man sich wohl auf noch mehr große Action freuen kann, aber mit der jahrelang aufgebauten übernatürlichen Bedrohung war es das wohl. Zum Schluss wird das Spiel der Throne eben doch zu den menschlichen Konflikten zurückkehren, schließlich wartet Cersei Lannister noch in der Hauptstadt und freut sich, dass ihr böser Plan aufgegangen ist. Mit dieser schelmischen Freude wächst auch die Angst bei den Fans, dass es eben doch unmöglich ist, diese derart komplexe Geschichte für alle befriedigend abzuschließen.

 

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Janick Nolting
01.05.2019 - 13:47
  Kultur

Der "Game of Thrones"-Podcast mit dem Rückblick auf die aktuelle Folge läuft immer dienstags ab 20 Uhr über DAB+ und im Livestream. Parallel dazu erscheint die jeweilige Sondersendung auf unserem Mixcloud-Kanal zum Nachhören