Frisch Gepresst: King Princess

there's a new queen in town

King Princess gilt als eine der vielversprechendsten Newcommer*innen des Jahres. Mit ihrem Debütalbum "Cheap Princess" wagt sie nun den Sprung in die Welt der queeren Popmusik.
King Princess
Mikaela Straus aka. King Princess

Nur wenige Monarchen eroberten den Thron so schnell wie King Princess es hat. Mit ihrer Debütsingle "1950" zog die 20-Jährige Mikaela Straus bereits 2018 in das Königreich der Popkultur ein und erreichte durch zahlreiche Covers und EP's einen fast schon ritterlichen Status in der queeren Community. King Princess, die sich selbst als genderqueer und lesbisch versteht, besingt in ihrem neuen Debütalbum "Cheap Queen" eine Hommage an die Liebe und all ihre definitionslosen Formen. 

Warnung: Heulgefahr

Mikaela, die sich auf ihren Social Media Profilen auch gerne mal als Mr. Queen bezeichnet, zeigt sich online meist ungefiltert, roh und radikal. In ihrer Musik verbindet sie diese Eigenschaften mit einer Verletzlichkeit, die man sonst nur bei Gesprächen mit engen Freunden zur späten Stunde und drei Gläsern Wein vorfindet. Durch sanfte Synthies und saubere Drumbeats entsteht somit auf "Cheap Queen" eine gefühlvolle Geschichte über (teils einseitige) Liebe, Bindungsängste und Herzschmerz. So kann es schon einmal vorkommen, dass nah am Wasser gebaute Hörende bei Songs wie "Homegirl" die ein oder andere Träne vergießen. Aber genau hier liegt King Princess' Stärke: rohe Emotionen, mit denen sich fast jeder identifizieren kann.

I dont want to be like them, with you
but you still look at me, like him
and you taste like danger
but I feel so safe in your arms. 

Zwar weisen alle Songs des Albums eine gewisse Ähnlichkeit auf, die nicht unbemerkt bleibt, aber Straus hat die Formel für Songs mit Ohrwurmgefahr so gut verinnerlicht, dass das gar nicht weiter stört. Schnellere Songs wie die Albumsingle "Hit the Back" bringen einen frischen Wind in die Liebesgeschichte und Hörende haben gar keine andere Wahl, als den funkigen Klängen zu verfallen und sich in King Princess' sanften, jedoch frechen Stimme zu verlieren. Wenn das unausweichliche Fingerschnippen im Takt nicht reicht, gibt es immer noch die Möglichkeit die offizielle Choreografie zur Single zu lernen, die Straus zuerst auf Instagram und schließlich auch auf Youtube veröffentlichte.

 

Fazit

King Princess schafft es sich neben LGBTQ+-Legenden wie Janelle Monae oder Hayley Kiyoko, die von Fans oft als lesbian Jesus selbst beschrieben wird, in die (zugegebener Weise kurze) Reihe von offen queeren Popmusikerinnen einzuordnen und generiert damit vor allem Eins: Bewusstsein und Akzeptanz. Sie macht Musik für die Momente, in denen wir uns fragen, ob wir nicht doch auch Mädchen lieben oder in denen man voller Herzschmerz zurück an die erste unerwiderte Liebe denkt. Die neue Königin ist da, und sie bringt gefühlvolle Ohrwürmer mit sich.

 

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Emma Lübbert
29.10.2019 - 19:16
  Kultur

King Princess: Cheap Queen

Tracklist:

1. Tough On Myself*

2. Useless Phrases

3. Cheap Queen*

4. Ain't Together*

5. Do You Wanna See Me Crying?

6. Homegirl*

7. Prophet

8. Isabel's Moment (feat. Tobias Jesso Jr.)

9. Trust Nobody

10. Watching My Phone

11. You Destroyed My Heart

12. Hit the Back*

13. If You Think It's Love

 

* = Anspieltips

Erscheinungsdatum: 25.10.2019
Columbia Records