Das Nationalgericht der Briten

Fish'n'Chips selbstgekocht

Was ist in Großbritannien sogar noch beliebter als die Queen? Die Rede ist von Fish’n’Chips, dem inoffiziellen Nationalgericht der Briten. Es besteht aus Pommes und Fischstücken, die in Teig frittiert werden.
Fish 'n' Chips werden oft in Papiertüten serviert.

Für Figurbewusste sind Fish'n'Chips vielleicht nicht unbedingt die erste Wahl, aber genau das Richtige für einen verregneten kalten Arbeitstag, an dem man abends zu faul ist selbst zu kochen. Und da das auf der Insel des Öfteren der Fall ist, essen die Briten Fish’n’Chips fast einmal pro Woche.

Ursprünge und Entstehung

Fish’n’Chips gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Zubereitung der Kartoffeln als Pommes haben die Briten sich von den Franzosen und Belgiern abgeschaut. Die Idee, den Fisch in einem Teigmantel zu frittieren kommt wahrscheinlich von jüdischen Einwanderern. Ab dem 19. Jahrhundert kam beides zusammen und kleine Straßenstände, in denen das Gericht lautstark feilgeboten wurde, verbreiteten sich von London aus über die ganze Insel. Denn London wurde, seit dort die ersten Eisenbahngleise gebaut wurden, zum größten Fischumschlagplatz Großbritanniens. Der Fisch, der frühmorgens frisch an den Küsten gefangen wurde, konnte durch die Eisenbahn schnell in die Hauptstadt transportiert und von dort aus verkauft werden. Auch im ersten Weltkrieg spielte Fish’n’Chips eine wichtige Rolle. Lebensmittel waren sehr knapp, aber Fish’n’Chips war ein günstiges und nahrhaftes Gericht, das sich auch die ärmere Arbeiterklasse leisten konnte. So rettete die heutige Spezialität damals tausende vor dem Verhungern und sorgte für soziale und politische Stabilität im Land.

Stichwort Überfischung

Heute müssen die Verkäufer nicht mehr laut rufen, um ihr Produkt loszuwerden. Die Menschen stehen vor den Ständen Schlange. Nicht nur die Briten selbst, sondern auch die Touristen lieben das traditionsreiche Fast Food. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass Fisch heute nicht mehr so im Überfluss vorhanden ist, wie noch vor hundert Jahren. 80 Arten im Nordatlantik, wo auch die Fangflotten der Briten ihre Netze auswerfen, sind bereits überfischt. Die riesigen Fischkutter brauchen immer größere Netze und müssen immer weiter raus fahren, um überhaupt noch Fische zu fangen. Und das Ganze ist ein Teufelskreis, denn je mehr Fisch gefangen wird, desto weniger Nachkommen gibt es. Wenn davon wieder ein Teil weggefischt wird, nehmen die Bestände rapide ab. Den Fischkonsum etwas zu reduzieren würde auf jeden Fall helfen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Eine andere Möglichkeit ist es, Fisch aus nachhaltigem Fischfang zu konsumieren.

Gut zu wissen

Wenn man mal in Großbritannien zu Besuch ist, gehört einmal Fish’n’Chips essen natürlich trotzdem zum Pflichtprogramm. Je nachdem wo genau man ist, gibt es noch unterschiedliche Beilagen, wie ein grünes Erbsenmus oder Essiggurken. Außerdem wird dazu oft Tee getrunken, weil die Fish’n’Chips Shops meist keine Lizenz haben, um Alkohol ausschenken zu dürfen. Die Briten sind so stolz auf ihre Fish’n’Chips, dass sie sogar jedes Jahr die beste Fish’n’Chips Bude des Landes küren. Wer jetzt Appetit bekommen hat, kann sich hier unser kurzes Rezept-Video anschauen und dann beim Kochen den Beitrag anhören. Unsere Redakteure haben nämlich selbst Fish’n’Chips gekocht und auch noch ein paar zusätzliche Informationen über Fish’n’Chips zusammengestellt.

 

Den Beitrag zum Nachhören findet ihr hier:

Ein Live on Tape von Caro Büscher, Laura Kreuzhage und Judith Schneider
Fish 'n' Chips

 

 

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Judith Schneider
23.11.2018 - 13:02
  Kultur