Fantasy Filmfest 2018

Zwölf Tage Grusel

Wie jedes Jahr lockt das Fantasy Filmfest wieder Horrorfans aus aller Welt in sieben deutsche Städte. Mittlerweile gilt es als eines der bedeutendsten Genre-Filmfestivals der Welt. Unsere Kinoredaktion berichtet aus Berlin von der 32. Ausgabe.
Fantasy Filmfest 2018
Beim Fantasy Filmfest wird es wieder schaurig

Es ist gar nicht so leicht zu definieren, was genau das Fantasy Filmfest jetzt eigentlich ist. Wer bei Fantasy zuerst an Harry Potter und Herr der Ringe denkt, erlebt bei diesem Filmfestival jedoch sein blaues Wunder. Hier steht vor allem eins auf dem Programm: ganz viel Horror. Beim Fantasy Filmfest gibt es ausgesuchte Horror-Perlen, die oftmals als Premieren gezeigt werden und die sonst zum Teil eher wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber auch wer nicht auf Horror steht, wird hier mit allerhand Geheimtipps gut bedient. Von schräger Komödie oder harten Thriller über Science Fiction bis zum gefühlvollen Arthaus-Drama ist hier alles dabei. Der ein oder andere Hochkaräter schleicht sich dabei auch immer wieder ins Programm ein. So feierte beispielsweise der diesjährige Oscar-Gewinner Shape of Water seine Deutschlandpremiere beim Fantasy Filmfest. In der Vergangenheit erlebten bereits Kult-Klassiker wie SAW, Pulp Fiction, Scream oder auch The Blair Witch Project ihre deutsche Erstaufführung im Rahmen des Festivals. Zusammengefasst ist das Fantasy Filmfest also die perfekte Anlaufstelle für alle Filmfans, die keine Lust mehr auf den Kino-Einheitsbrei, sondern auf abseitige (Genre-) Filmkunst haben. Die kann mal lustig, mal verstörend und auch mal sehr trashig sein.  

Von Gruselhaus bis Tanzeskapade

Gleich mehrere Filme aus Cannes feiern in diesem Jahr ihre Deutschland-Premiere beim Fantasy Filmfest. Klares Highlight dürfte hierbei Climax sein, der neue Film von Gaspar Noé. Der Skandal-Regisseur hat in der Vergangenheit mit umstrittenen Werken wie Irreversible oder dem Drogentrip Enter the Void weltweit für kontroverse Diskussionen gesorgt. Mit Climax legt er nun einen Tanzfilm vor, bei dem eine mit LSD versetzte Bowle eine Party aus dem Ruder laufen lässt. Ebenfalls heiß erwartet wird der neue Film von David Robert Mitchell, dem das diesjährige Director´s Spotlight gewidmet ist. Der Mann hinter dem Teenie-Grusel It Follows hat mit seinem neuen Thriller Under the Silver Lake eine Hommage an die Werke von David Lynch und die Stadt Los Angeles geschaffen.

Szene aus Climax
Gaspar Noe´s Climax

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein zentrales Werk, das Centerpiece des Festivals. Dieses Mal ist das der schwedische Film Border über eine entstellte Polizistin mit außergewöhnlichem Geruchssinn, die sich in einen anderen Außenseiter verliebt. Ein Drama, das mit der Orientierungslosigkeit des Publikums spielt und die Gemüter spaltet. Wer stattdessen altmodischen Grusel erleben möchte, für den empfiehlt das Festival besonders die Filme Satan´s Slaves und Terrified. Zwei Filme aus Indonesien und Argentinien über okkulte Sekten, böse Geister und unheimliche Spukhäuser.

Er ist wieder da

2017 wurde das Fantasy Filmfest von der erfolgreichen Stephen King - Neuverfilmung ES eröffnet. Wie man an diesen Erfolg anknüpft? Mit Nicolas Cage! Der amerikanische Schauspieler feiert nach einer Reihe (unter-)durchschnittlicher Filme quasi sein Comeback und das kommt mit einigen Vorschusslorbeeren daher. Mandy wird bereits zum Teil euphorisch in den Himmel gelobt. Darin spielt Cage einen Mann, der in den 80er Jahren einen grausamen Rachefeldzug gegen eine Sekte beginnt. Mit dabei: jede Menge Blut, Kettensägen und allerhand Anspielungen auf das Grindhouse Kino der 70er und 80er. Im Kino der Vergangenheit schwelgt auch Tilman Singers LUZ, eine Hommage an das italienisch Giallo-Kino a la Suspiria. Mit dem Dämonen-Thriller steht somit auch ein deutscher Genrebeitrag auf dem Programm.Insgesamt werden 50 Filme an 12 Tagen gezeigt. Das Publikum stimmt außerdem wieder darüber ab, wer in diesem Jahr den sogenannten Fresh Blood Award, den Hauptpreis des Festivals, gewinnen wird. 

 

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Das Fantasy Filmfest 2018 findet in sieben deutschen Städten statt.

Berlin: 5.-16.9.

München: 12.-22.9.

Hamburg: 13.-23.9.

Köln: 13.-23.9.

Frankfurt: 20.-30.9.

Nürnberg: 25.-30.9.

Stuttgart: 25.-30.9.