Hundetherapie

Ein Hund am Krankenhausbett

Kuscheln macht glücklich! Auf der Palliativstation der Uniklinik Leipzig kann man das jetzt auch mit einem Hund. Krankenschwester Daniela hat uns erzählt, wie genau das aussieht.
Schwester Daniela mit ihrem Hund Sunny
Schwester Daniela mit ihrem Hund Sunny

Wenn man die Palliativstation der Uniklinik Leipzig betritt, kann es sein, dass einem nicht nur Menschen begegnen, sondern auch ein Hund. Ein Hund im Krankenhaus - was hat es damit auf sich? Seit Januar arbeitet Krankenschwester Daniela mit ihrem Hund Sunny an der Seite. Der Golden Retriever ist ein Besuchshund und kommt ca. zwei Mal im Monat mit auf die Station. Die Patientinnen und Patienten haben dann die Möglichkeit, ihn zu streicheln, zu füttern, oder auch mal einen Spaziergang mit ihm zu machen. Dabei ist Sunny laut Schwester Daniela auf der Station schon ein echter Star:

 

Sobald der Sunny hier zur Tür reinkommt, ist hier ne lockere Stimmung auf Station. Jeder will den begrüßen, jeder will den streicheln und wenn hier vorher bisschen angespannte Stimmung war, lockert sich das eigentlich sofort auf.

Schwester Daniela

Eine einzigartige Beziehung

Warum gerade ein Hund als Therapietier so gut geeignet ist, weiß Dr. Ronald Lindner. Er ist Tierarzt in Markkleeberg und spezialisiert auf Tierverhaltenstherapie. Lindner bildet selbst Hunde und ihre Besitzer für den Einsatz in Krankenhäusern und Praxen aus. Laut ihm bringt der Hund optimale Voraussetzungen mit:

Der Hund kann sich einzigartig in die Psyche des Menschen hineinversetzen. Sie machen keinen Unterschied ob des Äußeren, ob des Status, ob des Gegenübers. Das heißt, der Hund bewertet nicht, sondern der Hund ist einfühlsam. Er katalysiert negative, wie positive Gefühle.

Dr. Ronald Lindner

Der Hund als Eisbrecher

Bei den sogenannten „therapieresistenten Fällen“, bei denen die Therapierenden keinen Zugang finden, kommt der Hund ins Spiel. Hier handelt es sich um Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich den Therapierenden gegenüber zu öffnen. Der Hund dient als Eisbrecher und macht auf diese Weise die eigentliche Therapie erst möglich. Laut Lindner sei diese Eisbrecherfunktion ausschlaggebend, da der Hund vollkommen wertefrei und neutral auf die zu Therapierenden zugeht.

„Nur“ ein Nischenprojekt?

Laut Lindner ist der Erfolg der sogenannten „tiergestützten Intervention“ bewiesen. Dennoch ist die Palliativstation der Uniklinik Leipzig nur eine von wenigen, die den Betroffenen einen Besuchshund anbieten kann. Hinzu kommt, dass Schwester Daniela ihren Sunny vollkommen unentgeltlich und ehrenamtlich auf die Station mitnimmt. Trotzdem ist die Arbeit mit Sunny für sie eine Bereicherung:

Ich freu mich halt einfach, dass die Patienten nochmal so Spaß am Leben haben.

Schwester Daniela

Obwohl die positive Wirkungsweise bekannt ist, ist der Bereich nur sehr gering ausgebaut. Lindner bezeichnet ihn als „Nischenprojekt“ und fordert Unterstützung von oben:

Hier ist jetzt die Politik gefragt. Ich bin davon überzeugt, es wird gebraucht und es kann ne Menge leisten.

Dr. Ronald Lindner

Der Beitrag zum Nachhören:

Therapiehund Sunny

 

 

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