Filmkritik: "Egal was kommt"

Mit dem Motorrad um die Welt

Eines Tages mal rund um die Welt reisen. Was für viele Menschen nur ein unerfüllter Traum bleibt, hat der Journalist Christian Vogel in die Tat umgesetzt. Mit seinem Motorrad macht er sich auf den Weg und hat seine Reise filmisch dokumentiert.
Szene aus "Egal was kommt"
Christian Vogel reist mit seinem Motorrad um die Welt

Im Alter von 34 Jahren zieht Christian Vogel einen Strich unter sein bisheriges Leben. Er ist frisch verliebt, arbeitet als Fernsehredakteur. Doch im Jahr 2015 begibt er sich auf eine waghalsige Reise, um sich seinen Herzenswunsch zu erfüllen: Einmal die Erde umrunden. Mit dem Motorrad. Innerhalb von 333 Tagen verschlägt es den Abenteurer in 22 verschiedene Länder, darunter die USA, die Mongolei oder auch Kanada. Das alles hat er filmisch festgehalten und nimmt das Publikum in Egal was kommt mit auf seine Reise um die Welt.

Schon wieder eine Reisedoku

Einfach mal aus dem Alltag ausbrechen. Lästige Terminkalender und Verpflichtungen hinter sich lassen und sich in die Ferne zu begeben. Die Welt sehen, verschiedene Kulturen kennelernen. Mit dieser Wunschvorstellung kann sich jeder identifizieren. Wahrscheinlich liegt darin auch der Grund, weshalb sich das Genre der Reisedoku in letzter Zeit solch großer Beliebtheit erfreut. Nach Filmen wie Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt (2017) oder auch Expedition Happiness (2017) sticht Christian Vogel mit Egal was kommt nicht sonderlich aus diesem Subgenre des Dokumentarfilms heraus, denn dafür ist sein Film nicht aufregend genug inszeniert, die Erzählung zu uninspiriert.

Die Go-Pro- und Smartophone-Ästhetik der Bilder erinnert meistens eher an ein aufwendiges YouTube-Video als an einen Film, der fürs Kino gemacht wurde. Noch dazu wurde bei der Musikauswahl oftmals eher danebengegriffen, denn die suggeriert mehr Emotion als hier eigentlich in den Kinosaal überschwappt.  Sympathisch wirken hingegen die kleinen Graphic Novel- Sequenzen und die animierten Karten, die immer wieder in den Film eingestreut werden

Auf der Welt nichts Neues

Christian Vogel führt aus dem Off unterhaltsam durch den Film. Was einem Egal was kommt dabei über andere Kulturen erzählt, reicht selten über altbekannte Klischees hinaus und Vogels zwei Stunden lange filmische Diashow ist dabei auch etwas zu lang geraten. Nichtsdestotrotz bleibt man als Zuschauer*in durchgängig dabei, denn Vogels Weltumrundung bleibt turbulent. Dass die Reise nicht ganz so glimpflich erfolgt wie erhofft, ist schon von Anfang an klar. Bereits die allererste Einstellung zeigt Vogel nach einem Unfall...

Fazit

Christian Vogels Egal was kommt ist ein unterhaltsamer Reisebericht geworden, der sich glücklicherweise auch nicht ausschließlich an Motorrad-Fans richtet. Der Blick auf Vogels Erlebnisse ist jedoch insgesamt zu flüchtig und oberflächlich ausgefallen, um als Dokumentation aus der Masse hervorzustechen.

 

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Egal was kommt

Buch/Regie/Kamera/Produktion: Christian Vogel

Produktion: Simon Busch

Kinostart: 02.08.2018